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Organspende: Die Koordination macht es

Dtsch Arztebl 2011; 108(7): A-299 / B-243 / C-243

Richter-Kuhlmann, Eva

Die Zahl der Organspenden kann durch eine bessere Organisation des Krankenhauswesens erhöht werden. Dieser Ansicht sind Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, Vizepräsident der Bundesärztekammer (BÄK), und Dr. med. Peter Liese, gesundheitspolitischer Sprecher der Christdemokraten im Europäischen Parlament. Um dieses Ziel zu erreichen sei es nicht nötig, eine Widerspruchsregelung bei der Organspende gesetzlich einzuführen.

Nur die Hälfte der Bundesländer schreibt bisher Transplantationsbeauftragte vor. Foto: epd

„Oft wird behauptet, dass Spanien bessere Zahlen bei der Organspende vorweisen kann, weil sie die Widerspruchsregelung haben. Dies ist aber falsch“, erklärte Liese. Die Widerspruchsregelung werde in Spanien kaum angewandt. Das Hauptproblem in Deutschland sei die mangelhafte Organisation.

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Montgomery hält eine erneute Debatte über die Widerspruchslösung bei der Organspende für kontraproduktiv. Sie könne zu einer Verunsicherung der Bevölkerung führen. „Aus ethisch-religiösen Gründen halte ich die Widerspruchslösung in unserer Gesellschaft nicht für durchsetzbar, obwohl sie medizinisch der sinnvollste Weg wäre“, sagte der BÄK-Vizepräsident. Ziel müsse es vielmehr sein, ein funktionierendes administratives System in Deutschland aufzubauen, das den Kontakt zwischen den Krankenhäusern und den Transplantationszentren organisiere. Montgomery verwies auf Nordrhein-Westfalen: Das Land habe durch den Einsatz von Transplantationskoordinatoren nach spanischem Vorbild die Organspenderate deutlich erhöhen können. ER

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