Papierkarte plus Patientenakte im Internet erleichtern die Gesundheitsversorgung im Ausland.
Die CRM Centrum für Reisemedizin GmbH, die Thieme Verlagsgruppe und die World Med- ical Center Holding SA haben eine Notfallkarte vorgestellt, die sich speziell an Reisende richtet. Auf der „CRM travel.CARD“ (http://travelcard.crm.de) können persönliche medizinische Daten hinterlegt werden, wie Allergien, eingenommene Medikamente, diagnostizierte Erkrankungen sowie Kontaktdaten von Ärzten und Angehörigen. Der Kunde erhält eine eingeschweißte Papierkarte im Checkkartenformat, die die wichtigsten Informationen in schriftlicher Form enthält. Diagnosen sind darauf im ICD-10-Kode beschrieben, so dass diese von medizinischem Fachpersonal weltweit verstanden werden.
Anzeige
Bei einem Unfall oder einem Arztbesuch im Ausland kann das medizinische Personal vor Ort sich so sehr schnell ein Bild über Antibiotikaunverträglichkeiten oder andere relevante Erkrankungen machen. „Auf diese Weise lassen sich Fehlbehandlungen und Verzögerungen vermeiden, die in vielen Fällen durch einen Mangel an Informationen verursacht werden“, erläuterte Thomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM, Düsseldorf.
Über die Papierkarte hinaus sind die Patientendaten auch über das Internet abrufbar. Hier kann der Karteninhaber noch ergänzende Dokumente und Befunde, beispielsweise Röntgenbilder oder seinen Impfpass, hinterlegen. Auf der travel.Card sind alle Informationen aufgeführt, die der behandelnde Arzt benötigt, um auf dieses Internetangebot zugreifen zu können. Darüber hinaus kann auch mit einem Handy auf die Daten zugegriffen werden. Dazu benötigt der Kunde ein Smartphone, mit dem er auf sein Profil zugreifen kann. Dies ist vor allem dafür gedacht, dass der Reisende bei einem Arztbesuch seine medizinischen Informationen an den Arzt weitergeben kann. Dabei ist es ebenfalls möglich, sich die hinterlegten Diagnosen automatisch in eine von 20 verfügbaren Sprachen übersetzen zu lassen. Braucht man aufgrund einer chronischen Erkrankung spezielle Medikamente, kann über diesen Dienst auch leichter mit dem Apotheker kommuniziert werden. Beispielsweise sind so auch Informationen über das genaue Präparat abrufbar, auf das man eingestellt ist – vorausgesetzt der Kunde hat diese Daten vorher korrekt eingetragen.
Welche persönlichen und medizinischen Informationen auf der Karte gespeichert sind, bestimmt der Karteninhaber selbst, indem er sie über ein Webformular eingibt. Es wird allerdings empfohlen, diese vom Arzt auf ihre Richtigkeit überprüfen zu lassen. Jelinek räumte ein, dass dabei ein Restrisiko von Fehleingaben durch den Nutzer besteht. „Das Risiko durch Fehlinformationen zu Schaden zu kommen, ist jedoch sehr viel geringer als durch fehlende Information“, betonte der Wissenschaftliche Leiter.
Die Kosten für die Karte belaufen sich auf 34,50 Euro pro Jahr. Ärzte und Apotheker, die die Karte vermitteln und gegebenenfalls die Einträge kontrollieren, erhalten von den Anbietern eine Aufwandsentschädigung von zehn Euro. Marc Meißner
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie
registriert sein.
Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.