AKTUELL
Bayern: Telemedizin für Patienten im ländlichen Raum
Dtsch Arztebl 2011; 108(10): A-496 / B-404 / C-404

Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit will die Telemedizin weiter ausbauen. So soll noch in diesem Jahr das „Telekrankenhaus Bayern“ starten, ein Internetportal, das die vielfältigen Initiativen im Freistaat bündelt und die Versorgung der Patienten im ländlichen Raum verbessert. Das Portal wird als Anlaufstelle für kleinere Krankenhäuser und Arztpraxen konzipiert, die via Telemedizin Expertenmeinungen oder Therapieempfehlungen einholen können. Ärzte sollen künftig etwa bei der Schlaganfallversorgung durch das Kompetenzzentrum an geeignete Spezialkliniken vermittelt werden. Auch in der Prävention ist Telemedizin hilfreich: Eine Augenhintergrunduntersuchung, die vor Ort durchgeführt und anschließend in Spezialzentren ausgewertet wird, kann dazu beitragen, Blindheit bei Frühgeborenen zu vermeiden. Die Behandlung selbst bleibt im Krankenhaus oder beim Arzt vor Ort. „Medizinisches Spezialwissen kommt auf schnellstem Weg zum Patienten. Weite Anfahrtswege können so für kranke Menschen oft vermieden werden“, sagte der bayerische Gesundheitsminister, Markus Söder.

Telemedizinische
Initiativen
sollen in
Bayern künftig
besser vernetzt
werden.
Foto: Fotolia
Das Internetportal wird mit circa zwei Millionen Euro aus dem Investitionsprogramm „Aufbruch Bayern“ gefördert. Allerdings müsse auch der Bund seinen Beitrag leisten, forderte Söder. Damit gerade die Menschen im ländlichen Raum von der Telemedizin profitieren könnten, müsse Berlin die finanziellen Voraussetzungen schaffen.
Die Bayerische Staatsregierung fördert telemedizinische Pilotprojekte seit 1995 mit knapp elf Millionen Euro. EB
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