AKTUELL
Autismus-Spektrum-Störungen: Therapien lindern die Symptome
PP 10, Ausgabe März 2011, Seite 106


Psychotherapie kann helfen, die Symptome von Autismus im Kindes- und Erwachsenenalter zu lindern. Wirksame Behandlungen der Ursachen dieser Erkrankung gibt es bislang jedoch nicht. Das verdeutlichten Experten auf dem 35. Interdisziplinären Forum der Bundesärztekammer in Berlin.
„Beim Asperger-Syndrom sowie auch bei den anderen Autismus-Spektrum-Störungen sind durch das Zusammenwirken psychoedukativer Maßnahmen, verhaltenstherapeutischer Interventionen und zum Teil auch durch Medikamente bedeutsame Modifikationen möglich“, sagte Prof. Dr. Helmut Remschmidt von der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Philipps-Universität Marburg. Etwa die Hälfte der Betroffenen sei jedoch nicht in der Lage, alleine zu leben. Autismus-Spektrum-Störungen werden den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen zugeordnet.
Bei Autismus im Erwachsenenalter beziehen sich Erstdiagnosen fast ausschließlich auf den hochfunktionalen Autismus oder das Asperger-Syndrom. „Dabei bleiben insbesondere intuitive Fähigkeiten unterentwickelt, während regelbasierte Komponenten in gewissem Umfang erlernt werden können“, sagte Kai Vogeley von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Uniklinik Köln.
Therapeutisch seien die Kernstörungen des hochfunktionalen Autismus bis heute weder psychotherapeutisch noch psychopharmakologisch behandelbar. Doch könne psychotherapeutisch eine Erweiterung des Verhaltensrepertoires in komplexen sozialen Situationen erarbeitet werden. „Es lassen sich auch Begleitstörungen wie Hyperaktivität oder depressive Störungen positiv beeinflussen“, erklärte Vogeley. pb
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.