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MEDIEN

Datenbank: Geschlechtsspezifische Gesundheitsforschung

Dtsch Arztebl 2011; 108(12): A-654 / B-529 / C-529

EB

Männer und Frauen unterscheiden sich sowohl in ihren biologischen Eigenschaften als auch bei Gesundheit und Krankheit. So ist bekannt, dass Herzinfarkte sich bei Frauen durch andere Symptome bemerkbar machen als bei Männern, und auch Erkrankungen wie Depression, Asthma und Morbus Alzheimer weisen erhebliche Geschlechterunterschiede auf. Nicht immer wird das bei Diagnose und Behandlung adäquat berücksichtigt, in der Vergangenheit oft zulasten von Frauen, denn viele medizinische Standards sind traditionell an Männern ausgerichtet. Zudem zeigen Studien etwa aus den USA, dass Frauen zum Beispiel bei koronaren Gefäßkrankheiten seltener mit den angemessenen Medikamenten behandelt werden und dass Männer generell eher innovative und teure Therapien erhalten. Andererseits gelten Osteoporose und Autoimmunkrankheiten immer noch als „Frauenkrankheiten“, wohingegen Lungenkrebs eher bei Männern vermutet wird – ein Vorurteil.

Künftig sollen in der medizinischen Forschung beide Geschlechter angemessen berücksichtigt werden. Frauen wurden bislang häufig vernachlässigt. Foto: Fotolia

Eine Datenbank zu Geschlechterunterschieden in großen klinischen Fächern der Inneren Medizin soll jetzt mehr Informationen zur Verfügung stellen. Sie entstand im Rahmen eines Pilotprojekts zur Geschlechterforschung in der Medizin an der Charité – Universitätsmedizin Berlin und wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Die Datenbank enthält derzeit mehr als 4 500 wissenschaftliche Publikationen. Sie richtet sich an praktizierende und forschende Mediziner, aber auch an die interessierte Öffentlichkeit.

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„Dies ist die erste systematische Zusammenstellung aktueller geschlechtsspezifischer Inhalte in der Inneren Medizin. Mit der Einrichtung dieser allgemein zugänglichen Datenbank haben wir einen Meilenstein in der geschlechtsspezifischen Gesundheitsforschung erreicht“, sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan. „Die Datenbank trägt dazu bei, dass Patientinnen und Patienten individueller und besser behandelt werden können. Zugleich sensibilisiert sie die Medizin und auch die Öffentlichkeit dafür, dass hier Frauen immer noch einem besonderen Risiko ausgesetzt sind.“ Künftig müssten bei der Forschung beide Geschlechter angemessen in Untersuchungen einbezogen werden, damit nicht nur Männern, sondern auch Frauen eine evidenzbasierte Medizin zugutekomme. „Das ist eine Frage der Gerechtigkeit und der Qualität unseres Gesundheitswesens.“

Für den Aufbau der Datenbank wurden 10 000 Publikationen aus der klinischen, der pharmakologischen und der Grundlagenforschung analysiert und abgespeichert. Sie decken die Fachgebiete Kardiologie, Pulmonologie, Rheumatologie, Immunologie, Endokrinologie, Gastroenterologie, Hämatologie, Onkologie, Neurologie und Nephrologie ab. Die Datenbank ist online verfügbar unter http://bio
informatics.charite.de/gender. EB


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