SPEKTRUM: Leserbriefe
ICD-10: Wer bezahlt?
Dtsch Arztebl 1996; 93(12): A-721 / B-609 / C-577
Wir haben in Sachen IDC-10 erneut eine Vielzahl von Briefen bekommen, überwiegend ähnlichen: Inhalts. Stellvertretend die drei folgenden Zuschriften


Gottlob: die ICD-10, die unbrauchbare Verschlüsselung von Diagnosen, wurde vorläufig vom Tisch
genommen. Dies geschah allerdings zu einem Zeitpunkt, zu dem die Ärzteschaft bereits einen ganzen Monat
damit hat arbeiten müssen . . . Dreistellige Millionen-DM-Beträge dürfte dieser Spagat mindestens gekostet
haben – Geld, das für nichts und wieder nichts verloren ist und von der Ärzteschaft erbracht werden mußte!
Ärzten wird von politischer Seite immer wieder Unwirtschaftlichkeit vorgeworfen und mit Honorarkürzungen
gedroht. Wer kürzt nun den Politikern die Diäten um die hinausgeworfenen Millionen für die sinnlose ICD-10?
. . .
Zigtausend Arztpraxen und klinische Ambulatorien wurden trotz massivster Proteste aus der Ärzteschaft
gezwungen, bis zum 1. Januar 1996 Strukturen zu schaffen, um die ICD-10 im Alltag umsetzen zu können –
sonst wurde ihnen mit kompletter Rückbehaltung des Honorars gedroht. Jetzt müssen erneut Strukturen
geschaffen werden, die der Rücknahme der ICD-10 gerecht werden. Und wer bezahlt für all dies? Wie steht’s
nun mit der Übernahme der Verantwortung durch die Verantwortlichen?
Dr. med. Heinz Giering, Hohfederstraße 32, 90489 Nürnberg
Mit der Veröffentlichung dieser Briefe wollen wir die Diskussion beenden.
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