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AKTUELL

Randnotiz: Tatort Arztpraxis

Dtsch Arztebl 2011; 108(14): A-735 / B-607 / C-607

Hibbeler, Birgit

Ob skrupellose Organhändler, illegale Flüchtlinge oder schwule Fußballer – die Kommissare im ARD-Tatort haben es immer häufiger mit komplexen Schicksalen zu tun. Der Einzelfall wird zum Aufhänger für gesellschaftlich und ethisch relevante Fragestellungen. Klar, dass da auch das Gesundheitswesen früher oder später Thema sein würde. Am vergangenen Sonntagabend war es dann so weit: Eine Arztpraxis wurde Schauplatz für den Krimi „Edel sei der Mensch und gesund“.

Das Berliner Ermittlerteam sieht sich in dem Fall mit ganz unterschiedlichen Arzt-Typen konfrontiert: Da ist der knorrige, aber herzensgute Senior, der für seine Patienten nur die beste Medizin will. Leider überschreitet er dabei seit langem regelmäßig sein Arzneimittelbudget. Durch Abrechnungsbetrügereien bei Privatpatienten versucht er, dies zu kompensieren. Ein „Robin Hood in weiß“ also. Sein Sohn steht für eine andere Generation von Medizinern. Er will die Praxis modernisieren – gemeinsam mit einer weiteren Ärztin. Und vor allem der geht es in erster Linie darum, Geld zu verdienen.

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Der Krimi wirft wichtige Fragen auf: Welchen Raum für Idealismus lässt das Gesundheitswesen? Wie steht es um die Möglichkeit für einen Arzt, „edel“ zu sein? Muss man so werden, wie man nie sein wollte, um in dem System zu überleben?

Allerdings ist der Film an manchen Stellen schwach und zum Teil schon fast fahrlässig: Konsequent wird dem Zuschauer der Eindruck vermittelt, dass nur eine besonders teure Therapie eine gute sein kann. Eine solche Botschaft dürfte die Arzneimittelindustrie freuen – besonders die Hersteller der namentlich mehrfach erwähnten Präparate Infliximab und Tobramycin.


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