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Fachkräftemangel: Den Pflegeberuf aufwerten

Dtsch Arztebl 2011; 108(15): A-814 / B-666 / C-666

Schmitt-Sausen, Nora

Bessere Arbeits - bedingungen könnten dazu beitragen, die Arbeit in der Pflege attraktiver zu machen. Foto: your photo today

Angesichts der steigenden Pflegebedürftigkeit einer alternden Gesellschaft schlagen Pflegeexperten Alarm: Der Mangel an Pflegekräften sei bereits heute „prekär“ und werde sich in den kommenden Jahren weiter zuspitzen, sagte Bernd Tews, Geschäftsführer des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste, auf dem Frühjahrskongress des Deutschen Krankenhausinstituts Anfang April in Berlin. Auf einen Bewerber kämen bereits jetzt drei freie Stellen.

Tews betonte, dass Arbeitsbedingungen und Bezahlung für Pflegekräfte verbessert werden müssten, forderte aber auch eine politische Diskussion um die Integration von Fachkräften aus dem Ausland sowie eine größere Bereitschaft der Träger auszubilden. Er warnte davor, in der Debatte um die Zukunft der Pflege das Berufsbild schlechtzureden: „Der Pflegeberuf ist nach wie vor ein Beruf mit Perspektive. Dafür müssen wir verstärkt werben.“

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Ein düsteres Stimmungsbild zeichnete die stellvertretende Präsidentin des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe, Gertrud Stöcker: „Die Ausbildung ist nicht qualitativ, die Fluktuation groß. Wir haben immer weniger qualifizierte Bewerber.“ Sie könne derzeit keinem jungen Menschen empfehlen, in die Pflege zu gehen.

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler hatte Anfang des Jahres angekündigt, die Attraktivität der Pflegeberufe 2011 in den Fokus seiner Arbeit zu stellen. Er strebt eine Reform der Ausbildung und eine Entlastung bei der Dokumentation an. In Erwägung zieht der Minister eine Zusammenführung der Ausbildung von Kranken- und Altenpflege. Rösler bereitet derzeit eine grundlegende Reform der Pflegeversicherung vor. Mitte des Jahres sollen Eckpunkte vorliegen. nos

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