

Im deutschen Winter strahlt die Sonne, das Meer leuchtet in Blau- und Türkistönen, die
langgestreckten weißen Strände sind makellos - das ist Mauritius. Die 64 Kilometer lange und 47 Kilometer
breite Insel im Indischen Ozean liegt rund 800 Kilometer östlich von Madagaskar und etwa 20 Grad südlich des
Äquators.
Die von Wind und Wellen geschützte Bucht Grand Baie im Norden der Insel ist das Zentrum des Wassersports
auf Mauritius: Surfen, Segeln und Hochseefischen, Wasserski, Tauchen und Parasailing. Alles ist möglich -
sogar ein Unterwasserspaziergang: Mit Metallhelm und Bleischuhen kann man auf dem Meeresgrund entlang
spazieren und bunte Korallenfische beobachten. Die teilweise menschenleeren Sandstrände laden aber auch zu
einsamen Spaziergängen ein, das klare und in den seichten Lagunen wohlig warme Meer zum erfrischenden Bad.
Den vulkanischen Ursprung der Insel erkennt man heute nur noch an den scharfkantigen Bergen mit ihren
bizarren Spitzen, die über das flache Plateau von Mauritius herausragen. Der letzte Vulkanausbruch erlosch vor
etwa 100 000 Jahren. Seither zerbröckeln die Basaltfelsen in kleinere Steine, die die Landarbeiter auf den
Zuckerrohrfeldern zu großen Steinhaufen zusammentragen. Die Insel ist inzwischen fast überall von
Korallenstöcken umgeben, die die Wucht der Brandung vor der Küste brechen und das dahinterliegende Meer in
Lagunen verwandeln.
Auf Mauritius leben rund eine Million Menschen. Wer seinen Urlaub hier verbringt, wird herzlich empfangen.
Die Mauritianer sind gastfreundlich und hilfsbereit - und doch so verschieden. Hier sind Menschen aller
Religionen, Hautfarben und Kulturen zu Hause. Aufgrund der langen Kolonialgeschichte der Insel leben die
unterschiedlichsten Volksgruppen auf engstem Raum nebeneinander: Inder, Kreolen, Chinesen und Europäer.
Nachdem die Holländer 1589 ihre Anker vor der bis dahin unbewohnten Insel geworfen hatten, war Mauritius
von 1715 bis 1810 französische, danach für anderthalb Jahrhunderte englische Kolonie.
Fast 70 Prozent der Einwohner sind Nachkommen der indischen Landarbeiter, die im 19. Jahrhundert mit den
europäischen Kolonialherren auf die Insel kamen. Ein Großteil davon bekennt sich zum Hinduismus. In jedem
kleinen Dorf steht ein hinduistischer Tempel. Die meisten Inder arbeiten heute im Norden der Insel auf
Zuckerrohrplantagen, sie gehören zur Arbeiterklasse. Die Nachfahren der afrikanischen Sklaven nennt man
Kreolen. Sie verdienen als Fischer, Bauern oder Arbeiter ihr Geld. Die etwa 30 000 Chinesen arbeiten meist als
Kaufleute.
Obwohl das Englische heute noch Amtssprache ist und auch im Schulunterricht dominant, hat sich in der
gebildeten Schicht Französisch durchgesetzt. Heute leben noch etwa 20 000 Franko-Mauritianer auf Mauritius,
Nachfahren der einstigen Kolonialherren. Sie sind fast alle Landbesitzer oder betreiben Zuckerfabriken. Ihnen
gehören die Hälfte des Großgrundbesitzes und die meisten Firmen. Viele Franko-Mauritianer wohnen in
Curepipe, der höchstgelegenen Stadt im Inselinneren. Hier, mehr als 500 Meter über dem Meeresspiegel, ist das
Klima frisch und angenehm. Die einstigen Kolonialherren wußten diesen Vorteil zu schätzen und verlegten ihre
Zweitwohnsitze hierher. Hier findet man typische Kolonialbauten in blü-henden Parks.
Seit 1968 ist Mauritius ein unabhängiger Staat. 1992 entschieden sich die Parlamentarier mit großer Mehrheit für
die Abschaffung der Monarchie. Mauritius wurde Präsidialrepublik mit eigenem Staatsoberhaupt, blieb jedoch
Mitglied des Commonwealth. Im Dezember 1995 wählten die Mauritianer ein neues Parlament und einen neuen
Ministerpräsidenten. Unter der Führung von Navinshandra Ramgoolam verfolgt die Arbeiterpartei seither eine
Politik der Liberalisierung der Wirtschaft.
Im Nordwesten der Insel liegt die 170 000 Menschen zählende Hafenstadt Port Louis - die Hauptstadt von
Mauritius. Die Stadt besteht aus einem Durcheinander aus modernen Hochhäusern, Schnellstraßen und
verfallenen Kolonialhäusern, die noch immer etwas vom Glanz vergangener Jahrhunderte ausstrahlen. Hier geht
es hektisch und laut zu. Zu viele Autos, zu viele Menschen, zu wenig Platz - mag man denken, nach einem Tag
am Meer.
Doch der auf der Insel größte Markt ist eine Attraktion an sich. Chinesische, indische, europäische und
kreolische Bauern preisen ihre Waren an: Hier türmen sich tropische Früchte, riesige bunte Fische liegen auf den
Ständen aus, Hühner werden vor den Augen der Käufer geschlachet. Obwohl es in den Markthallen heiß ist,
nicht gerade hygienisch zugeht und meist gedrängt voll ist, fasziniert das bunte Völkergemisch des Basars.
Chinesen sitzen auf Reissäcken, Pakistani bieten ihren Tee und Gewürze an, Inder verkaufen frisches Gemüse
und rollen bunte Stoffballen aus - ein Spiegelbild der verschiedenen Kulturen, die auf Mauritius leben und den
Charme der Insel ausmachen. Nordöstlich von Port Louis liegt der botanische Garten von Pamplemousses -
einer der artenreichsten tropischen Gärten der Erde. Hier stehen unzählige Palmenarten und Zierpflanzen: die
Meereskokospalmen mit den größten Früchten der Erde und gigantische Ebenholzbäume. Die berühmte
Wasserlilie Victoria regia aus dem Amazonasbecken mit ihren am Rand aufgebogenen Blättern ist so groß und
fest, daß man ein Kind hineinsetzen kann, ohne daß das Blatt absinkt.
Mit 6 574 Hektar ist der Black River George National Park das größte Naturschutzgebiet von Mauritius. Dort, im
Südwesten der Insel, haben sich noch Überreste von unberührtem Urwald erhalten. Der Park liegt zwischen 300
und 800 Meter über dem Meeresspiegel und wird von vielen Fußpfaden durchzogen. Eine Wanderung auf den
höchsten Gipfel der Insel, den Piton de la Petite Rivière Noire, lohnt sich. Bei schönem Wetter kann man hier
auf 828 Metern Höhe einen herrlichen Ausblick über die ganze Insel genießen.
Mauritius lebt vom Zukkerrohr. Es wird auf etwa der Hälfte der Inseloberfläche angebaut. Die Mauritianer
produzieren heute rund 600 000 Tonnen im Jahr, wovon der größte Teil als Rohzucker nach Europa exportiert
wird. Die Zuckerindustrie bringt mit 62 Prozent den größten Anteil der Deviseneinnahmen.
Ergänzt wurde die Monokultur der Zuckerrohrplantagen mit Tee- und Tabakanbau. Auf den Teeplantagen im
Hochland wird inzwischen so viel Tee produziert, daß der heimische Bedarf gedeckt wird. Da die Qualität
jedoch nicht sehr gut war, werden Flächen, auf denen zwischenzeitlich Tee für den Export angebaut wurde, nun
wieder für die Zuckerproduktion genutzt. In den letzten Jahren gewinnt die Textilindustrie an Bedeutung.
Mehrere Millionen Pullover werden heute nach Italien, Frankreich oder Deutschland exportiert.
Der Tourismus hat sich inzwischen zum drittwichtigsten Wirtschaftszweig entwickelt. Während Anfang der
siebziger Jahre kaum mehr als 15 000 Urlauber pro Jahr nach Mauritius reisten, sind es inzwischen mehr als 400
000. Doch Mauritius verfolgt weiterhin ein Konzept abseits vom Massentourismus. Bis heute landen noch keine
Chartermaschinen auf der Insel - obwohl es Bestrebungen gibt, dies zu ändern. Mauritius setzt auf Exklusivität.
Viele Hotels gehören der gehobenen oder der Luxusklasse an. Sie liegen an den schönsten Stränden der Insel.
Komfort und Service werden hier großgeschrieben. Vielfältige Freizeitangebote, wie für alle Wassersportarten
ausgerüstete Bootshäuser, Tennis- oder Golfplätze, stehen im Hotelangebot. Dr. Sabine Glöser
Einreise: Der Reisepaß genügt, ein Visum ist nicht erforderlich
Reisezeit: Hauptreisezeit ist September bis November und April bis Juni. Zu dieser Zeit ist es meist trocken,
sonnig und nicht so heiß wie in den Sommermonaten.
Gesundheit: Auf Mauritius gibt es keine der typischen Tropenkrankheiten wie Cholera, Gelbfieber, Hepatitis
oder Pocken. Malaria tritt gelegentlich in einzelnen Sumpfgebieten um Port Louis auf. Prophylaktische
Maßnahmen sind daher in der Regel nicht erforderlich.
Währung: Mauritius Rupie (MR), eine DM entspricht etwa 14 MR
Veranstalter: Mauritius ist bei verschiedenen Reiseveranstaltern im Programm. Die Maritim-Hotelgesellschaft
bietet 12 Übernachtungen und Halbpension mit Condor-Flug ab Frankfurt ab 4 367 DM an. Das Hotel im
Nordwesten der Insel verfügt unter anderem über einen Golfplatz, Tauch-Center und hoteleigene Segeljollen
(Informationen: Maritim-Hotelreisedienst, Tel: 0 61 51/90 57 90).
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