BRIEFE
Arzt-Patient: Zustimmung
Dtsch Arztebl 2011; 108(16): A-907 / B-744 / C-744

Ich kann dem Autor nur aus tiefstem Herzen zustimmen.
Derzeit werden die Patienten von Politik und privaten Klinikbetreibern, MVZs mit pseudobedeutenden, qualitätabbildenen Strategien vernebelt.
Es wird eine optimale Versorgung vorgegaukelt und basale Bedürfnisse kranker Menschen werden in keinerlei Weise berücksichtigt.
Es ist vonseiten der Ärzte und Pflegekräfte keine Zeit mehr für Gespräche, gründliche Anamnese und kontinuierliche Begleitung im Heilungsverlauf.
Ebenso mangelt es zunehmend an Sauberkeit, da die Putzkräfte ebenso rigiden Zeitplänen unterworfen sind.
Weisen mutige Kollegen auf solche Missstände hin, werden sie von den juristischen Abteilungen dieser Klinikketten niedergemacht . . .
Ich bin seit 2000 als Augenärztin in eigener Praxis tätig und „lebe“ immer noch, obwohl der konservativen Einzelpraxis regelmäßig das baldige Sterben prophezeit wird.
Die Fragen der Patienten an mich gehen inzwischen weit über die Augenheilkunde hinaus. Viele werden „durchdiagnostiziert“, und es ändert sich nichts an ihrer Leidenssituation.
Ich hoffe wie sie, dass trotz allem politischen und kapitalistischen Sperrfeuers unter den jungen Kollegen einige Mutige sind, die die ganzheitliche Betrachtung des Patienten und ihre eigene therapeutische Unabhängigkeit vor alles andere setzen. Dann gelingt nach meiner Erfahrung auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf(ung).
Dr. med. Bettina Mrowietz-Ruckstuhl,
38226 Salzgitter
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