TECHNIK

RobotikStudie: Senioren befürworten Serviceroboter

Dtsch Arztebl 2011; 108(17): A-966 / B-793 / C-793

EB

Der Serviceroboter „Care-0-bot“ hält eine Flasche. Er kann auch sprechen, schwere Kisten tragen und Wasser holen. Foto: dpa

Künftig werden Serviceroboter und automatisierte Lösungen für ältere Menschen zunehmend Aufgaben im Haushalt und in der Pflege übernehmen. Dabei hat Deutschland aufgrund seiner starken Position in der Industrierobotik und Automation sowie anderen Basistechnologien gute Aussichten auf dem Weltmarkt. Zudem könnten Serviceroboter dazu beitragen, die Herausforderungen des demografischen Wandels zu bewältigen. Nach einer Umfrage im Rahmen der vom VDE – Verband der Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik e.V. herausgegebenen Studie „Mein Freund der Roboter“ stehen viele Senioren Servicerobotern positiv gegenüber: 56 Prozent der Rentner befürworten den Robotereinsatz im privaten Bereich.

Grundsätzlich unterscheidet man in der Servicerobotik zwischen Robotern für gewerbliche Anwendungen und denen für den häuslichen Bereich. Serviceroboter für gewerbliche Anwendungen spielen vor allem in den Bereichen Sicherheit, Verteidigung und Rettung, in der gewerblichen Reinigung und auch in der Medizin (als Chirurgieroboter) eine Rolle.

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Große Fortschritte sind in naher Zukunft in der Rehabilitationsrobotik zu erwarten. Rehabilitationsroboter wie intelligente Rollstühle, kleine Roboterarme oder neuartige Beinprothesen ermöglichen es gebrechlichen oder behinderten Menschen heute schon, verlorene Mobilität und Selbstständigkeit zurückzugewinnen. Hohe Erwartungen richten sich auf die Entwicklung von menschenähnlichen Robotern (Humanoiden) als Haushaltshelfer für komplexe Aufgaben oder als persönliche Assistenten.

Allerdings stehen vor allem viele ältere Menschen der Robotik reservierter gegenüber als andere Gruppen: 40 Prozent der Senioren lehnen die Servicerobotik im Alltag spontan ab und bezweifeln den Nutzen, die Alltagstauglichkeit und die intuitive Bedienbarkeit der Roboter. 60 Prozent der befragten Senioren empfinden Robotik sogar als „unheimlich“. Auch besteht ein Gefälle zwischen der positiven Bewertung von Servicerobotern und der Bereitschaft, diese selbst auszuprobieren. Generell erhöht der Wunsch nach einer selbstständigen Lebensführung die Akzeptanz. So erreichte das Anwendungsszenario „roboterisierter Rollstuhl“ einen der höchsten Rankingplätze, obwohl die Vorbehalte gegenüber Systemen, die direkt mit den Menschen kommunizieren oder kooperieren, am stärksten ausgeprägt sind. Der Nutzen – Mobilität, Orientierung, Unabhängigkeit, Selbstständigkeit, Schutz der Intimsphäre – wird in diesen Fällen höher bewertet als die damit verbundenen akzeptanzhemmenden Faktoren. Die Mehrheit der Befragten würde einen Serviceroboter zu Hause der Alternative Altenheim vorziehen. Am beliebtesten sind Roboter, die Tätigkeiten im Haushalt erledigen, vor allem Staubsauger- und Wischroboter. Im Mittelfeld liegen die Szenarien „gesundheitliches Monitoring“, „Fitnesscoach“ und „Kommunikation und Anregung“, gefolgt von Fensterputzrobotern, Therapieanwendungen und humanoiden Haushaltsrobotern.

Die Studie „Mein Freund der Roboter“ erscheint im VDE-Verlag (29 Euro), Informationen unter www.vde.com. EB

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