SPEKTRUM: Leserbriefe
Passivrauchen: Gesundheitsrisiko nicht belegt
Dtsch Arztebl 1997; 94(51-52): A-3441 / B-2788 / C-2517
Zu dem Kurzbeitrag "Studie belegt: Passivrauchen erhöht Lungenkrebsrisiko" in Heft 38/1997


Die Studien aus Bremen und Süddeutschland können ein Gesundheitsrisiko des Passivrauchens nicht
belegen. In Bremen (71 Fälle) war das relative Risiko für alle Expositionsquellen nur bei den 10 Prozent der
Nieraucher mit der höchsten Exposition schwach signifikant erhöht, obwohl die Einzelanalyse der Quellen
Arbeitsplatz, Kindheit, Partner oder andere Quellen in keinem Fall eine statistisch signifikante Erhöhung zeigte.
Bei der GSF-Studie in Süddeutschland mit über 300 Fällen war dies selbst bei extrem hoher dauerhafter
Belastung nicht der Fall. Sie zeigte aber eine signifikante Erhöhung nach extremer Belastung am Arbeitsplatz,
definiert als täglich achtstündige, über 10 bis 15 Jahre dauernde Exposition, keine hingegen selbst bei der am
höchsten belasteten Gruppe nach Exposition während der Kindheit oder durch den Partner.
Eine Erklärung für diese vielen Differenzen zwischen den Zentren bieten die Autoren nicht. Die Daten stehen im
Widerspruch zu fast allen bisherigen Studien zum Passivrauchen. Diese haben meist verheiratete
Nichtraucherinnen, die mit einem rauchenden Ehemann zusammenlebten, untersucht, weil die
Tabakrauchbelastung zu Haus und im Freizeitbereich zweifellos höher ist als am Arbeitsplatz.
Expositionsstudien belegen, daß in Raucherhaushalten bei Nur-Hausfrauen die Exposition bis zu sechsmal höher
war als am Arbeitsplatz. Die Umrechnung der Meßdaten ergab eine Tabakrauchbelastung, die der von sechs bis
neun aktiv gerauchten Zigaretten pro Jahr bei den Nur-Hausfrauen entsprach, am Arbeitsplatz betrug sie 0,1 bis
0,2 Zigaretten.
Dr. Klaus Zapka, Untere Karspüle 13, 37073 Göttingen
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