Zu dem Beitrag "Aufklärungspflicht aus juristischer Sicht" von Julia Bütikofer, Rechtsanwältin, in Heft 26/1997:
Endlich mal ein guter Artikel zum Thema Impfen, der ein ganz wichtiges Thema anspricht. Ich erlebe es
tagtäglich im Gespräch mit Eltern, daß an die Stelle einer umfassenden sachlichen Aufklärung zum Thema
Risiko und Nutzen eine massive Desinformation durch Verängstigung und Erzeugung von Schuldgefühlen tritt;
es gibt sogar Kollegen, die sich bei Fortbildungen zum Thema Impfen und Impfmüdigkeit so äußern, daß
Angstmache der einzige erfolgversprechende Weg zu ausreichenden Impfungen sei.
Auf jeden Fall dürfte es extrem selten sein, daß für Eltern nachvollziehbar der wirkliche individuelle Nutzen für
ihr Kind erkennbar wird, der ja auch in fast allen Diskussionen über Sinn und Unsinn von Impfungen gegenüber
den Ideen von "Ausrottung" der Erkrankungen zurücktritt. Ob Eltern die Gesundheit ihrer Kinder solchen
unerreichbaren Zielen unterordnen wollen, sollten sie wirklich frei von Angstmache selbst entscheiden können;
das wäre ein wesentlicher Fortschritt zum Abbau extremer Positionen.
Besonders unterstreichen möchte ich die Aussage, daß jede, auch relativ unwahrscheinliche, Eventualität
aufklärungsbedürftig ist.
Karl Weiß, Herrmannstraße 55, 32756 Detmold
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