MEDIZIN: Diskussion
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Dtsch Arztebl Int 2011; 108(22): 398; DOI: 10.3238/arztebl.2011.0398b


Die Autoren möchten sich für die konstruktiven Anmerkungen bedanken.
Zu Punkt 1: Der „Downbeat“-Nystagmus (DBN) oder besser das „Downbeat“-Nystagmus-Syndrom geht in der Regel mit anderen Augenbewegungsstörungen einher, insbesondere einem Blickhaltedefekt (1) und Blickfolgesakkadierung, weil der zerebelläre Flocculus auch für die Blickhaltefunktion und Blickfolge wichtig ist. Deshalb hängt die Intensität des DBN von der Blickrichtung ab.
Zu Punkt 2: Die häufigste nachweisbare Ursache des DBN sind degenerative zerebelläre Erkrankungen (2), daneben auch bilaterale Hirnstamminfarkte. Alle anderen genannten Ursachen sind relativ selten, einige wurden nur in Einzelfallbeschreibungen berichtet.
Zu Punkt 3: Neben der medikamentösen Therapie ist die Prismenbehandlung wirksam und, wenn alle anderen Verfahren nicht erfolgreich sind, auch eine operative Therapie. Mittel der Wahl zur medikamentösen Therapie des DBN sind heute die Aminopyridine. Diese sind auch bei episodischer Ataxie Typ 2 wirksam, wie eine aktuelle placebokontrollierte Studie zeigt (3).
DOI: 10.3238/arztebl.2011.0398b
Prof. Dr. med. Michael Strupp
Neurologische Klinik der Universität München und IFBLMU
Klinikum der Universität, Großhadern
Michael.Strupp@med.uni-muenchen.de
Interessenkonflikt
Alle Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.
1.
Glasauer S, Hoshi M, Kempermann U, Eggert T, Buttner U: Three-
dimensional eye position and slow phase velocity in humans with downbeat nystagmus. J Neurophysiol 2003; 89: 338–54.
MEDLINE
2.
Wagner JN, Glaser M, Brandt T, Strupp M: Downbeat nystagmus:
aetiology and comorbidity in 117 patients. J Neurol Neurosurg
Psychiatry 2008; 79: 672–7.
MEDLINE
3.
Strupp M, Kalla R, Claassen C, et al.: A randomized trial of 4-aminopyridine in EA2 and related familial episodic ataxias. Neurology.
In press 2011.
4.
Strupp M, Hüfner K, Sandmann R, et al.: Central oculomotor disturbances and nystagmus: a window into the brainstem and cerebellum. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(12): 197–204.
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