VARIA: Schlusspunkt
Kopfgeldjäger contra Rechtsstaatlichkeit?
Dtsch Arztebl 1998; 95(7): [48] / [48] / [48]


Einige Kontroversen löste der Börsebius-Beitrag über die mögliche Honorierung von Steuerspitzeln
aus. Die im Deutschen Ärzteblatt, Heft 4 vom 23. Januar 1998, unter dem Titel "Kopfgeldjäger" verfaßte
Kolumne schien einigen Lesern zu sehr pro Steuerflüchtlinge geschrieben zu sein.
Dieser Eindruck ist natürlich weder richtig noch beabsichtigt. Wer Börsebius kennt, weiß, daß gerade er zum
Thema "Steuervermeidung" eine sehr kritische Haltung einnimmt, wie auch die vielen eindeutigen Beiträge über
Steuersparmodelle belegen.
Es ging letztlich allein um prinzipielle rechtsstaatliche Fragen. Darf der Staat Steuerspitzel honorieren oder
nicht, und, wenn ja, wie sehr würde dadurch das Denunziantentum gefördert? Ich meine, er darf es auf gar
keinen Fall, und Denunzieren steht keinem aufrichtigen Gemeinwesen gut zu Gesicht. Allerdings:
Steuerehrlichkeit ist auch Bürgerpflicht. Daß es unbestritten Zigtausende Schwarzgeldkonten gibt, deutet darauf
hin, daß die Steuerschraube zu stark angezogen ist. Da liegt wohl eher das Dilemma. Reinhold Rombach
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