MEDIZIN: Übersichtsarbeit

Früherkennung von Schwerhörigkeiten im Neugeborenen- und Säuglingsalter

Early Detection of Hearing Impairment in Newborns and Infants

Dtsch Arztebl Int 2011; 108(25): 426-31; DOI: 10.3238/arztebl.2011.0426

Ptok, Martin

Hintergrund: Von 1 000 Neugeborenen ist bei ein bis zwei Kindern das Hörvermögen gravierend eingeschränkt.

Methode: Selektive Literaturrecherche in den Datenbanken NHS EED (Economic Evaluation Database), HTA (Health Technology Assessment), DARE (Database of Abstracts of Reviews on Effectiveness), Clinical Trials, CDSR (Cochrane Database of Systematic Reviews) und PubMed.

Ergebnisse: Nach bisheriger Datenlage ist zur Früherfassung ein universelles Neugeborenen-Hörscreening (UNHS) sinnvoll. Ein zweistufiges Screening mit zwei verschiedenen objektiven Hörprüfverfahren, bei dem zunächst otoakustische Emissionen gemessen werden und dann die automatisierte Hirnstammaudiometrie durchgeführt wird, ist zu bevorzugen. UNHS-Programme sind nur dann sinnvoll, wenn sie akzeptable Erfassungs-, Spezifitäts- und Sensitivitätsraten aufweisen und ein funktionierendes Nachbeobachtungssystem mit geringen Lost-to-follow-up-Raten (= Raten an Kindern mit auffälligem Screeningergebnis, die nicht nachverfolgt werden konnten) etabliert ist. Darüber hinaus ist es wichtig, dass konsekutiv eine rasche Konfirmationsdiagnostik erfolgt und zeitnah eine adäquate Therapie, insbesondere auch hinsichtlich des Spracherwerbs, eingeleitet wird.

Schlussfolgerung: Durch eine frühe Diagnostik und Therapie kann der Spracherwerb schwerhöriger Kinder günstig beeinflusst werden.

Dem Gehör kommt eine Schlüsselrolle beim Erlernen der Sprache zu. Ohne Sprache und Gehör kann die Beziehung zwischen den Menschen auf Dauer stark beeinträchtigt sein kann. So wurden früher Kinder, die nicht auf akustische Reize reagierten und Sprache weder verstehen noch spontan zu erwerben vermochten, als „tumb“ bezeichnet. Dies deutet an, welchen Vorurteilen betroffene Kindern ausgesetzt waren. Dennoch galt noch um 1950 der Grundsatz, dass ein hörgestörtes Kind erst dann mit einer individuellen Hörhilfe zu versorgen sei, wenn es bereits gut zu sprechen gelernt habe. Durch eine solche Spätversorgung wollte man das hörgestörte Kind vor der eigenen, durch die Schwerhörigkeit unvollkommene Sprache schützen. Eine Früherkennung von Hörstörungen schien also, wegen der ohnehin durchgeführten Spätversorgung, nicht erforderlich (1).

Zunehmende Kenntnisse über die funktionelle und morphologische Ausreifung des auditorischen Systems sowie über das Bedingungsgefüge der emotionalen und sozialen Entwicklung des Kindes einerseits und Fortschritte in der Hörsystem-Technologie andererseits haben dazu geführt, dass sich diese Einstellung grundlegend geändert hat. Heute gilt, dass eine Schwerhörigkeit möglichst früh, das heißt zeitnah zum Auftreten, erkannt und entsprechend behandelt werden soll. So haben ab dem 1. 1. 2009 nach einem Beschluss des gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) in ganz Deutschland Neugeborene Anspruch auf ein Hörscreening (2). Auch in vielen anderen europäischen Ländern, zum Beispiel Österreich (e1), Großbritannien (e2), Italien (e3) und Frankreich (e4), sowie in einigen asiatischen Ländern (e5) und flächendeckend in den USA (3) ist das universelle Neugeborenen-Hörscreening (UNHS) entweder empfohlen oder bereits (zum Teil regional) eingeführt und gesetzlich geregelt (4).

Zur Begründung einer frühzeitigen Erkennung von Schwerhörigkeit im Neugeborenen- und Säuglingsalter waren und sind verschiedene Aspekte zu beurteilen, wie zum Beispiel:

  • Kann ein Neugeborenen-Hörscreening Schwerhörigkeiten sicher detektieren? Wie hoch sind Sensitivität und Spezifität des UNHS? Wie hoch ist die Erfassungsrate? Wie hoch sind die Lost-to-follow-up-Raten (= Raten an Kindern mit auffälligem Screeningergebnis, die nicht nachverfolgt werden konnten)? Ist es sinnvoll, alle Neugeborenen zu screenen oder nur solche mit Risikofaktoren?
  • Wie sinnvoll ist eine frühzeitige Erfassung der Schwerhörigkeit? Entwickeln sich Kinder mit einer durch das UNHS frühzeitig erfassten Schwerhörigkeit besser als Kinder, bei denen kein UNHS durchgeführt und die Schwerhörigkeit später erfasst wurde?
  • Welche potenziellen Risiken birgt das Neugeborenen-Hörscreening, zum Beispiel durch eine Verunsicherung der Eltern, deren Kind fälschlicherweise als „auffällig“ befundet wurde?
  • Wie schnell und wie sicher kann nach dem Screening eine Konfirmationsdiagnostik durchgeführt werden? Wie schnell kann nach erfolgter Konfirmationsdiagnostik eine Therapie eingeleitet werden? Wie sinnvoll ist eine frühzeitige Therapieeinleitung im Vergleich zu einer später eingeleiteten Therapiemaßnahme?

Diesen Fragen müssen jedoch zwei weitere Fragen vorangestellt werden, nämlich:

  • Welche Qualität hat die Schwerhörigkeit (zum Beispiel Mittelohrschwerhörigkeit, Innenohrschwerhörigkeit, einseitige/beidseitige Schwerhörigkeit)?
  • Welche Quantität hat die Schwerhörigkeit (zum Beispiel angegeben als ein Hörverlust in Dezibel)?

Im Folgenden wird erörtert, wie diese Fragen beantwortet werden können beziehungsweise bereits beantwortet worden sind.

Methodik

Es wurde eine selektive Literaturrecherche (Checkliste unter www.prisma-statement.org) bei den folgenden Datenbanken durchgeführt:

  • NHS EED (Economic Evaluation Database)
  • HTA (Health Technology Assessment) oder
    DARE (Database of Abstracts of Reviews on Effectiveness) (http://www.crd.york.ac.uk/crdweb/; Zugriff zuletzt am 16. 8. 2010)
  • Clinical trials (http://clinicaltrials.gov/ct2/search; Zugriff zuletzt am 17. 8. 2010)
  • CDSR (Cochrane Database of Systematic Reviews) (http://www2.cochrane.org/reviews/; Zugriff zuletzt am 17. 8. 2010)
  • PubMed/Medline (Zugriff zuletzt am 16. 8. 2010).

Die Suche mit den Stichworten „infant“, „newborn“, „child“, „pediatric“, „paediatric“, „hearing loss“, „hearing impairment“ und „deafness“ ergab 21 135 Treffer. Bei Beschränkung auf die Jahre 2007 bis 2010 fanden sich 3 146 auswertbare Publikationen.

Die zeitliche Beschränkung schien sinnvoll, weil bis zum Jahr 2007 eine sehr gründliche Recherche durch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) durchgeführt worden ist (5). Eine weitere Einschränkung mit den Suchbegriffen „clinical trial“ oder „comparative study“ ergab 379 Treffer.

Alle Abstracts dieser Treffer wurden gesichtet, die Volltexte (Arbeiten mit empirischer Datengewinnung) dann berücksichtigt.

Häufigkeit

Verschiedene Studien haben relativ kongruent ergeben, dass ein bis zwei von 1 000 Neugeborenen an einer nach bisheriger Ansicht therapie- beziehungsweise versorgungspflichtigen Schwerhörigkeit, das heißt an einer permanenten Hörminderung mit einer Absenkung der Hörschwelle im Hauptsprachbereich von mindestens 35 dB, leiden (e6e8). Die bisherigen Bemühungen der UNHS-Arbeitsgruppen konzentrieren sich darauf, diese Schwerhörigkeiten möglichst frühzeitig zu erkennen (1).

Einteilung der Hörstörungen

Der Begriff Schwerhörigkeit ist ein wenig aussagefähiger Terminus, wenn er ohne weitere Attribute verwendet wird. Es empfiehlt sich, Hörstörungen näher zu spezifizieren nach:

  • Qualität und Topik
  • Ursachen
  • Schweregrad.

Qualität und Topik

Der Gesamtprozess des Hörens kann in Prozesse der Schallleitung, der Schallumwandlung in bioelektrische Signale und der nervalen Verarbeitung im Nervensystem eingeteilt werden. Bei einer Hörstörung können alle Teilfunktionen einzeln oder in Kombination betroffen sein. Es resultieren:

  • Schallleitungsschwerhörigkeiten (Störung des Schalltransports vom Medium Luft bis zum Innenohr)
  • Schallempfindungsschwerhörigkeiten (die Reizaufnahme und -umwandlung im Bereich zwischen Steigbügelfußplatte und erstem Neuron des Hörnerven ist gestört)
  • retrokochleäre und zentrale Schwer- und Fehlhörigkeiten (Störung der Reizweiterleitung, -verarbeitung und -wahrnehmung)
  • kombinierte Schwerhörigkeiten.

Für die Früherkennung von Schwerhörigkeiten im Neugeborenen- und Säuglingsalter sind insbesondere die Schallleitungs- und Schallempfindungsschwerhörigkeiten sowie die auditorische Neuropathie, die gelegentlich zu den zentralen Schwerhörigkeiten gerechnet wird, relevant.

Ursachen

Wie bei anderen Beeinträchtigungen der Sinnesorgane, gibt es hereditäre und nichthereditäre beziehungsweise kongenitale und prä-, peri- und postnatal bedingte Ursachen. Während die Ursache von Schallleitungsstörungen in der Regel einfach festzustellen ist (zum Beispiel durch eine ohrmikroskopische Untersuchung bei Ceruminalpfröpfen und Paukenergüssen), lässt sich die Ursache von Innenohrschwerhörigkeiten im Kindesalter auch durch eine genaue Diagnostik nur bei etwa der Hälfte aller Kinder ermitteln. Etwa 50 % aller hochgradigen Innenohrschwerhörigkeiten im Kindesalter gelten als vererbt. Die genauen Ursachen einer zentralen Fehlhörigkeit lassen sich nicht nachweisen.

Schweregrad

Die Einteilung nach dem Schweregrad bezieht sich in der Regel auf den mittleren Hörverlust im Hauptsprachbereich. Diese Einteilung ist allerdings nicht ganz unproblematisch, da damit lediglich der Hörschaden hinsichtlich des Tonschwellengehörs beschrieben wird. Hauptaufgabe des Gehörs ist es aber, in überschwelligen akustischen Signalen schnelle Frequenz- und Intensitätsänderungen zu detektieren und damit gesprochene Sprache zu verstehen. Die bei Erwachsenen gebräuchliche Einteilung nach dem Grad der Sprachverständnisstörung (sprachaudiometrische Bestimmung des Gesamtwortverstehens und Hörverlust für Zahlen) ist bei Neugeborenen und Säuglingen nicht möglich. Eine solche Einteilung ist weiterhin problematisch, da sie das Hörvermögen „statisch“ beschreibt. Kinder, die intermittierend schwerhörig sind (zum Beispiel durch rezidivierende Paukenergüsse), leiden durchaus an einer relevanten Hörstörung. Hier ist gegebenenfalls die Erstellung einer Jahreshörbilanz, das heißt einer Beschreibung, wie häufig (im Sinne kumulierter Zeiträume) Kinder an einer Schwerhörigkeit leiden, sinnvoll und sollte dann für das weitere Prozedere wegweisend sein.

Selbst eine genaue Einteilung nach den Ergebnissen routinemäßig angewendeter sprachaudiometrischer Untersuchungen wird zentralen Schwerhörigkeiten und Fehlhörigkeiten nicht gerecht.

Diagnostik frühkindlicher Hörstörungen

Im Neugeborenen- und Säuglingsalter ist die Diagnostik in der Regel zweistufig. Wie oben ausgeführt, wird derzeit ein universelles Neugeborenen-Hörscreening favorisiert, an das sich gegebenenfalls rasch eine Konfirmationsdiagnostik anschließen soll.

Universelles Neugeborenen-Hörscreening

In den verschiedenen Studien zum universellen Neugeborenen-Hörscreening (UNHS) wurde entweder die Messung otoakustischer Emissionen (e9) (OAE), die automatisierte Hirnstammaudiometrie (AABR) oder, beim zweistufigen Screening, zunächst die OAE-Messung und dann die AABR eingesetzt. Wolff et al. kommen bei ihrer sehr gründlichen Bewertung dieser Studien zu dem Schluss, dass die Angaben für die Sensitivität der OAE-Messungen zwischen 0,5 und 1,0 und die Angaben für die Spezifität zwischen 0,49 und 0,97 schwanken (6). Problematisch erscheint für die OAE-Messung, dass Schwerhörigkeiten aufgrund einer auditorischen Neuropathie (e9e12) sowie fluktuierende Schwerhörigkeiten nicht erfasst werden. Eine kontrollierte Studie aus England verwendete ein zweistufiges Screening, die geschätzte Sensitivität (kein Follow-up der Screening-negativen Kinder; Annahme zumindest einiger falschnegativer Testresultate) lag bei 0,917 (95-%-Konfidenzintervall [KI]: 0,742–0,977) die Spezifität bei 0,985 (95-%-KI: 0,983–0,987) ([7, 8], Wertung durch [6]).

Aus praktischer Sicht ist anzumerken, dass weder die OAE-Messung noch die AABR klinische Tests darstellen, die völlig unproblematisch und einfach durchzuführen sind. Obwohl die entsprechenden Geräte in der Handhabung wesentlich einfacher geworden sind (Abbildung jpg ppt), scheint es sinnvoll, diese Messungen von gut ausgebildetem und hinreichend erfahrenem Personal durchführen zu lassen, auch um die Überweisungs- („Refer“-)Raten in akzeptablem Rahmen zu halten.

Ein weiteres Gütekriterium des UNHS ist die Erfassungsrate, das heißt der Prozentsatz der Neugeborenen, die tatsächlich gescreent werden. Die Angaben in der Literatur hierzu schwanken. So fand zum Beispiel Green, dass in Bundesstaaten der USA, in denen ein UNHS gesetzlich implementiert war, 95 % der Neugeborenen, in den anderen Staaten dagegen nur 26 % gescreent wurden (9).

Ergibt sich aufgrund des Screeningergebnisses der Verdacht auf eine Schwerhörigkeit, müssen betroffene Kinder sicher einer Konfirmationsdiagnostik zugeführt werden, das heißt die Lost-to-follow-up-Rate eines UNHS-Programms sollte möglichst niedrig sein. Hierfür müssen funktionierende zentrale Screeningmeldestellen (e13) etabliert sein. Idealerweise sind in diesen Zentralen einerseits die Daten der Kinder vorhanden, die nicht einem Screening zugeführt wurden, andererseits die Daten der Kinder mit einem auffälligen Screeningergebnis. Die Screeningzentrale kann dann den weiteren Verlauf beobachten und Sorge dafür tragen, dass ausstehende Untersuchungen eingeleitet werden. In Deutschland gibt es noch nicht flächendeckend Trackingzentralen – trotz G-BA-Empfehlungen zum UNHS.

Als Alternative zum UNHS wurde das selektive Screening von Neugeborenen mit bestimmten Risikofaktoren diskutiert (Kasten gif ppt). Die Gruppe dieser Kinder hat ein bis zu zehnmal höheres Risiko, an einer versorgungspflichtigen Schwerhörigkeit zu leiden (1–2 % statt 0,1–0,2 %). Circa die Hälfte der tatsächlich schwerhörigen Kinder weisen allerdings keine Risikofaktoren auf, die Hälfte der tatsächlich schwerhörigen Kinder würde durch ein selektives Screening nicht erfasst werden. Daher wird ein selektives Screening nicht mehr empfohlen.

Sinnvoll scheint zu sein, dass Neugeborene mit bestimmten Risikofaktoren, zum Beispiel Neugeborene, die länger als fünf Tage auf einer Intensivstation betreut oder aber beatmet werden mussten, entweder unmittelbar einem AABR-Screening oder gleich einer (Konfirmations-)Diagnostik zugeführt werden. Ein amerikanisches Expertengremium empfiehlt zusätzlich, dass Kinder mit Risikofaktoren (Kasten) für drei Jahre regelmäßig überwacht/untersucht werden sollen (10, 11).

Ein UNHS ist nur dann sinnvoll, wenn einerseits die Konfirmationsdiagnostik und Therapieeinleitung zeitnah erfolgen und andererseits dieses Maßnahmenbündel dann zu positiven Effekten hinsichtlich patientenrelevanter Endpunkte führt, das heißt, wenn sich Kinder mit einer früh entdeckten Schwerhörigkeit, zum Beispiel hinsichtlich des Spracherwerbs besser entwickeln als Kinder, bei denen die Schwerhörigkeit spät erkannt und behandelt wurde. Aufgrund ethisch-moralischer Bedenken sind hierzu keine prospektiven randomisierten Studien durchgeführt worden, es wurden aber Kohorten mit versus ohne UNHS verglichen. Sininger et al. fanden, dass bei UNHS-Kindern die endgültige Diagnose und die Therapieeinleitung circa 24 Monate früher erfolgte als bei Kindern, die nicht gescreent worden waren (e14). Bezüglich der Entwicklung rezeptiver Sprachfähigkeiten (Sprachverständnis) zeigten die wenigen Studien einen signifikanten Vorteil des UNHS; bezüglich der expressiven Sprachfähigkeiten ergab sich zumindest ein Trend zu einer besseren Entwicklung bei UNHS-Kindern (zum Beispiel [7, 12–14]). Wolff et al. wiesen richtigerweise darauf hin, dass die klinische Bedeutung dieser Vorteile noch unklar ist (6) (siehe auch [e15]), allerdings hat nach Ergebnissen der DECIBEL Collaborative Study Group das Neugeborenen-Hörscreening gegenüber der Ablenkaudiometrie im neunten Lebensmonat bei als schwerhörig identifizierten Kindern nicht nur Vorteile hinsichtlich der Entwicklung des Sozialverhaltens, der Grobmotorik, der rezeptiven und expressiven sprachlichen Kompetenzen sondern auch Vorteile hinsichtlich der per Fragebogen erfassten Lebensqualität (15).

Potenzielle Nachteile eines UNHS können sich zum Beispiel durch Verunsicherung der Eltern bei falschpositiven Testresultaten ergeben. In bisherigen Studien, die auch diesen Aspekt untersuchten, konnten solche Nachteile allerdings nicht nachgewiesen werden. Da das UNHS (gewünschtermaßen) zu einer frühzeitigen Erkennung und konsekutiv zu einer frühzeitigen Behandlung führt beziehungsweise führen soll, zählen auch Risiken und Nachteile, die sich durch eine frühzeitige Behandlung ergeben, zu den (Folge-)Nachteilen eines UNHS. In Fallstudien und Fallberichten wurde von einer erhöhten Meningitisrate bei Kindern mit frühzeitiger Cochlear-Implant(CI)-Versorgung berichtet. Die Inzidenz lag nach Reefhuis et al. bei 138,2 Fällen pro 100 000 Personenjahre und damit mehr als 30-mal höher als bei einer Vergleichskohorte (e16). Hierzu muss allerdings kritisch angemerkt werden, dass sich die meisten Berichte auf die Verwendung einer CI-Elektrode beziehen, die mittlerweile nicht mehr verwendet wird.

Obwohl eine sichere Bewertung aufgrund der bisherigen Datenlage nicht möglich ist, ist derzeit nicht von Risiken auszugehen, die den Wert des UNHS diskreditieren würden.

Konfirmationsdiagnostik

Deutet das UNHS eine Schwerhörigkeit bei einem Kind an, sollte rasch eine Konfirmationsdiagnostik erfolgen. Sie soll eine Schwerhörigkeit sicher ausschließen beziehungsweise eine eventuell vorhandene Schwerhörigkeit qualitativ und quantitativ exakt erfassen (e17). Aus den oben genannten Gründen ist dies nahezu unmöglich. Allerdings kann eine Konfirmationsdiagnostik die Schwerhörigkeit im Sinne eines permanenten Hörverlustes von 35 dB oder mehr so beschreiben, dass eine adäquate Therapie eingeleitet werden kann.

Pädaudiologische Diagnostik

Grundsätzlich kann man sogenannte subjektive und objektive Hörtests unterscheiden. Subjektive Hörtests beruhen alle im Prinzip darauf, dass dem Kind ein Schallreiz angeboten wird. Vom Untersucher wird die Reaktion des Kindes beobachtet und bewertet. Objektive Hörtests sind keine wirklich objektiven Hörtests, sie erfordern lediglich keine Mitarbeit des Kindes. Die Schallreiz-Darbietung erfolgt (halb-)automatisch, gleichzeitig werden bestimmte neurobiologische Reaktionen registriert (16).

Daten zur Konfirmationsdiagnostik nach auffälligen UNHS bei einer größeren Gruppe von Kindern wurden von Declau et al. (17) berichtet: Von 170 im UNHS auffälligen Kindern (entsprechend circa 87 000 gescreenten Neugeborenen) litten fünf Kinder an einem Paukenerguss, der im Beobachtungszeitraum regredient war. Bei 116 Kindern wurde eine permanente Schwerhörigkeit bestätigt, 68 Kinder waren beidseits, die anderen 48 Kinder unilateral schwerhörig. Die durchschnittliche Hörschwelle lag bei 70–80 dB nHL. Bei 60,4 % der Kinder konnte das initiale (Screening-) AABR-Ergebnis komplett bestätigt werden. Beachtenswerterweise fand sich bei 11,6 % der Neugeborenen mit einem nur einseitig auffälligen Screeningergebnis bei der Konfirmationsdiagnostik dann eine beidseitige Schwerhörigkeit.

Zur audiologischen Konfirmationsdiagnostik wurden objektive, aber wohl keine subjektiven Hörtests eingesetzt. Dies ist bedauerlich, da auch bei Kleinkindern die Ergebnisse subjektiver Hörtests wertvolle Hinweise für die Hörsystemversorgung geben.

Fazit und Ausblick

Insgesamt deuten die bisherigen Studien darauf hin, dass ein adäquat durchgeführtes UNHS mit funktionierendem Nachbeobachtungssystem für betroffene Kinder hinsichtlich der Sprach- und Allgemeinentwicklung sinnvoll ist, gleichzeitig sind Risiken und Nachteile eines UNHS eher gering.

Allerdings ist die Datenlage zur Früherkennung der Schwerhörigkeit bei Neugeborenen und Säuglingen noch wenig belastbar, daher ergibt sich ein deutlicher Forschungsbedarf. Für die praktische Umsetzung und Realisierung der frühzeitigen Erkennung von Schwerhörigkeiten im Neugeborenen- und Säuglingsalter in Deutschland erscheint zunächst neben der vollständigen Implementierung des UNHS die flächendeckende Installation von Trackingzentralen die wesentliche Aufgabe zu sein. In den nächsten Jahren wird einerseits zu überlegen sein, ob durch eine bessere Beurteilung des Mittelohrstatus die Rate falschpositiver UNHS-Ergebnisse gesenkt werden kann (e18, e19). Andererseits muss, auch vor dem Hintergrund künftiger Frühinterventionen, untersucht werden, ob Hybrid-Screenings – die neben einer audiologischen Testung auch ein genetisches Screening (zum Beispiel 35delG bei GJB2/ Connexin Mutation [e20, e21] oder kongenitale Cytomegalie-Virus-Infektion [e22, e23]) umfassen – sinnvoll sind.

Interessenkonflikt
Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 17. 8. 2010, revidierte Fassung angenommen: 24. 3. 2011

Anschrift des Verfassers
Prof. Dr. med. Dr. med. h. c. Martin Ptok
Klinik und Poliklinik für Phoniatrie und Pädaudiologie
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover
Ptok.Martin@MH-Hannover.de

Summary

Early Detection of Hearing Impairment in Newborns and Infants

Background: 1–2 out of 1000 newborns have markedly impaired hearing.

Methods: Review of the pertinent literature, which was retrieved with a search in the following databases: NHS EED (Economic Evaluation Database), HTA (Health Technology Assessment), DARE (Database of Abstracts of Reviews on Effectiveness), Clinical Trials, CDSR (Cochrane Database of Systematic Reviews), and PubMed.

Results: The current scientific evidence favors universal neonatal hearing screening (UNHS) for the early detection of hearing impairment. UNHS is best performed in two stages: first measurement of otoacoustic emissions and then automated assessment of the brainstem auditory evoked response. To be effective, UNHS programs must have a high coverage rate, high sensitivity and specificity, and proper tracking with a low rate of loss to follow-up. Children with positive screening tests for hearing impairment should undergo confirmatory testing as soon as possible and then receive the appropriate treatment. Early intervention is particularly critical for speech acquisition.

Conclusion: The early detection and treatment of hearing impairment in newborns and infants has a beneficial effect on language acquisition.

Zitierweise
Ptok M: Early detection of hearing impairment in newborns and infants. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(25): 426–31. DOI: 10.3238/arztebl.2011.0426

@Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
www.aerzteblatt.de/lit2511

The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

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Klinik und Poliklinik für Phoniatrie und Pädaudiologie, Medizinische Hochschule Hannover: Prof. Dr. med. Dr. med. h. c. Ptok
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