SPEKTRUM: Leserbriefe
Arbeitslosigkeit: Prekäre Lage
Dtsch Arztebl 1998; 95(7): A-314 / B-250 / C-238
u dem Beitrag "Ärztliche Arbeitslosigkeit: Vom Fremdwort zum Langzeitproblem" von Dr. med. Ingo Flenker und Dr. phil. Michael Schwarzenau in Heft 3/1998:


Mittlerweile befinde ich mich als arbeitsloser Mediziner in einer prekären Lage. Erstens war ich bei
Erlangen der Approbation ein Endzwanziger, zweitens gelang es mir nicht, eine AIP-Stelle in einem
Krankenhaus, sondern lediglich in einer Radiologie-Praxis zu finden, drittens habe ich versucht, durch einen
Zusatzkurs "öffentliches Gesundheitswesen" beim mibeg-Institut in Köln eine weitere Qualifikation zu erlangen.
Alle diese Versuche schlugen fehl. Letztendlich kristallisiert sich die Klinikzeit als wichtige Qualifikation und
auch als Nadelöhr heraus. Selbst die von Ihnen angebotenen Kurse (beispielsweise Notfallmedizin) kann ich
nicht besuchen, da mir
ein entsprechender Nachweis fehlt. Wie sollte man da sein medizinisches Wissen weiter praxisnah erweitern?
Wo steht die Ärztekammer bei der Unterstützung in bezug auf berufliche Alternativen? Ich denke mir, als
Berufsverband und Ständeorganisation nimmt sich die Ärztekammer sehr zögerlich der doch deutlichen
Problematik einer zunehmenden Arbeitslosigkeit unter Ärztekollegen an. Hier wären weitere
Qualifikationsmöglichkeiten, Kurse etc. wichtig und vor allem nötig, damit man nicht durch Arbeitslosigkeit
auch noch die berufliche Fähigkeit, überhaupt medizinisch noch tätig zu werden, verliert. Ich berichte mit
Sicherheit keine neue Erkenntnis, wenn ich Ihnen mitteile, daß im Rahmen der Arbeitslosigkeit vor allem der
Kollegenaustausch, die praktische Erfahrung und die Weiterbildungsmöglichkeit fehlen . . .
Hans-Hubert van Betteray, Viehofer Platz 13, 45127 Essen
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