SPEKTRUM: Leserbriefe
Abtreibungsrecht: Besser recherchieren
Dtsch Arztebl 1998; 95(7): A-314 / B-250 / C-238
Zu dem "Seite eins"-Beitrag "Schwachstelle" von Gisela Klinkhammer in Heft 3/1998:


Ich könnte spielend den ganzen Tag damit verbringen, um Falschmeldungen zu widersprechen. Daß
nun auch das Organ der Ärzteschaft in Ihrer Zeitschrift, ohne zu recherchieren, Falschmeldungen verbreitet, ist
für mich schon äußerst bemerkenswert. Wie leicht hätte man doch Kontakt mit uns aufnehmen können, um
etwas differenzierter den im Artikel zitierten Hintergrund darzustellen.
Es ist falsch, daß das nach einem Schwangerschaftsabbruch lebend zur Welt gekommene Kind mit Trisomie 21
lediglich in eine Decke gewickelt wurde und beobachtet wurde. Es wurde vielmehr so qualifiziert behandelt, daß
es schließlich rosig mit 90 Prozent O2-Sättigung, regelmäßiger Atmung und stabilen Kreislaufverhältnissen in
unsere Neonatalabteilung übergeben werden konnte. Die postpartale Versorgung war so gut, daß nach der
Geburt weiterer Schaden von dem Kind abgewendet werden konnte. So ist es beispielsweise nicht durch eine
Hypoxie geschädigt. Es hat natürlich die Probleme, die bei der frühen Tragzeit in hohem Prozentsatz zu erwarten
sind. Das Kind entwickelt sich gut. Es ist neurologisch unauffällig . . .
Prof. Dr. med. Mühlenstedt, Oldenburger Frauenklinik, Dr.-Eden-Straße 10, 26133 Oldenburg
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