Die Zeit der leeren Parolen ist vorbei. Stattdessen sind handfeste Regelungen gefragt, die Ärztinnen und Ärzten eine vernünftige Work-Life-Balance ermöglichen. Und zwar keineswegs nur einigen Frauen, die „unbedingt ein Kind wollen“, wie es früher oft abwertend hieß. Nein, heute ist es auch Männern wichtig, Familie und Berufsleben miteinander in Einklang zu bringen, wie bereits Umfragen des Deutschen Ärzteblattes Studieren.de und der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) aus den Jahren 2007 und 2009 zeigen. Auch bei der Befragung von circa 12 000 Medizinstudierenden im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) im vergangenen Sommer gaben 96 Prozent der Teilnehmer an, dass für sie bei der Wahl ihres künftigen Arbeitsplatzes die Vereinbarkeit von Beruf und Familie mit an erster Stelle steht.
In der Tat, mittlerweile reagieren die Arbeitgeber. Aber es gibt noch ein großes Manko: die Information. „Es ist deutlich, dass in Sachen ‚Vereinbarkeit von Beruf und Familie‘ viel in Bewegung ist, aber das kommt bei den Studierenden gar nicht an“, bedauerte Carolin Fleischmann, neue Präsidentin der bvmd, bei einer Podiumsdiskussion der KBV im Mai in Berlin. Viele angehende Ärztinnen und Ärzte träfen im Rahmen der Ausbildung auf gestresste Kollegen, die ihnen kein positives Bild der Vereinbarung von Privat- und Berufsleben vermittelten. Dabei wäre es Fleischmann zufolge wichtig, den Studierenden die Sorgen zu nehmen, die sie mit der späteren ärztlichen Tätigkeit verbinden.
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Das Deutsche Ärzteblatt Studieren.de möchte das tun und stellt deshalb in diesem Heft die beruflichen Chancen vor, die Ärzte im ambulanten Bereich haben: von der klassischen Einzelpraxis über Jobsharing-Modelle bis zur Arbeit als angestellter Arzt. Gute Möglichkeiten, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, bietet – unter anderem durch kalkulierbare Arbeitszeiten – auch das Fach Radiologie, das ebenfalls in dieser Ausgabe in einer Berufsreportage vorgestellt wird.
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