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VARIA: Schlusspunkt

Börsebius zu Aktien: Substanz und Ertrag

Dtsch Arztebl 1998; 95(8): [48] / [48] / [48]

Rombach, Reinhold

Wer sich im laufenden Jahr nicht die Finger am Aktienmarkt verbrennen möchte, sollte vor allem auf Titel achten, bei denen sowohl die Substanz als auch der Ertrag stimmen. Das gilt beispielsweise keineswegs für den sogenannten "neuen Markt", in dem heute schon die Kurse völlig überhitzt sind, wie die Notierungen von Aixtron, Saltus, SER und auch Mobilcom klar signalisieren.
So gesehen kann es nicht falsch sein, sein Augenmerk auf Thyssen zu richten. Die Börse hat meiner Meinung nach überhaupt nicht auf die kürzlich vorgelegte Jahresbilanz reagiert, die immerhin das beste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte widerspiegelt. Darüber hinaus ist die Fusion mit Krupp in trockenen Tüchern und mithin nicht mehr aufzuhalten. Die Synergieeffekte aus dem Zusammenschluß belaufen sich jährlich auf mehrere hundert Millionen Mark. Wer jetzt noch zu Kursen unter 400 Mark einsteigt, darf sich auf Sicht der nächsten 18 Monate durchaus auf Gewinne nahe der Zwanzigprozentmarke einstellen.
Siemens ist eigenartigerweise auch so ein Stiefkind der Börsianer. Das könnte sich bald ändern, denn es gibt kaum ein deutsches Unternehmen, das von der Einführung des Euro so stark profitieren dürfte. Daneben zeigt sich, daß die Beteiligung an der schweizerischen Elektrowatt ein sahniges Ertragsschnäppchen war; gleiches gilt für den Erwerb der AEG-Postautomatisierung. Der Kauf des US-Krafwerkherstellers Westinghouse scheint sich ebenso in goldgeränderten Bilanzzahlen niederzuschlagen.
Einziges Fragezeichen bei Siemens ist der Absatzmarkt Asien. Die Krisenregion zählt eindeutig zu den Hauptumsatzträgern von Siemens. Ja, aber so schlimm sei die Situation keineswegs, beteuert die Unternehmensleitung, es habe in der Region bislang kaum Auftragsstornierungen gegeben. Dennoch sollten Investoren kursschwache Tage unter 105 Mark nutzen, um sich preiswert einzudecken.
Wie Phönix aus der Asche präsentiert sich neuerdings die Metallgesellschaft. In der Tat hat die von Kajo Neukirchen geführte AG eine erstaunliche Renaissance vorzuweisen. Vier Jahre nach dem Beinahe-Konkurs zeigt sich im jüngsten Bilanzabschluß eine rasante Ertragsverbesserung.
Es wird mit 20 Pfennig sogar wieder eine Dividende bezahlt. Manche Leute mögen diesen Betrag für zu mickrig halten, er ist es aber gleichwohl nicht. Die Dividende darf aus gesetzlichen Gründen schlichtweg nicht höher ausfallen, zumindest nicht in diesem Jahr. Aber bereits im nächsten Jahr sollte deutlich mehr drin sein, und somit kann sich der pfiffige Investor heute einen günstigeren Einstiegskurs sichern. Die Metallgesellschaft kostet derzeit keine 40 Mark, was für ein solide wachsendes Unternehmen recht wenig ist. Zugreifen ist also angesagt. Börsebius
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