MEDIZIN: Diskussion
Konsensusbildung vorgeschlagen
Suggested Consensus
Dtsch Arztebl Int 2011; 108(30): 522-3; DOI: 10.3238/arztebl.2011.0522c


Leider waren nur Implanteure, aber keine Anwender von Portsystemen unter den Autoren. Dies macht sich an einem bedauerlichen Vakuum bei Aussagen zu den täglich relevanten Fragestellungen und heterogen gehandhabten Vorgehensweisen bemerkbar.
Hierzu zwei Beispiele:
- Der Tipp, einen verlegten Portkatheter mit 5 mL Heparinlösung – ohne Druck! – zu spülen, ist freundlich, aber dann war er wohl nicht verlegt. Auch 1 mL Urokinaselösung wird man dann nicht drucklos einbringen können.
- Die Evidenz zu Pflege und Spülungen von Portsystemen ist bekanntlich gering. Die Autoren schreiben: „... die regelmäßige Spülung des Portkatheters mit Heparin ... ist umstritten. Portsysteme sollten ... nach Gebrauch mit 10 bis 100 IE Heparin/mL ... gespült werden. ... Die Forderung nach regelmäßigen Punktionen, Spülungen und sogenannten Heparinblocks in den behandlungsfreien Intervallen ist nach aktueller Studienlage nicht gerechtfertigt.“ Was denn nun? Wie und mit was soll nach einer Therapieapplikation gespült werden? Wie ist die Gefahr der Entwicklung einer heparininduzierten Thrombozytopenie (HIT) beim Einsatz von Heparinen zu bewerten? Wie oft soll ein nicht genutzter Port, beispielsweise in einer Therapiepause, gespült werden? Und womit? Worin besteht die Evidenz für die teure Empfehlung, nur mit sterilen Handschuhen zu arbeiten?
Die Autoren lassen uns Anwender hier im Regen stehen. Ich möchte eine Konsensusbildung zum empfohlenen Vorgehen über unsere Fachgesellschaft DGHO (Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie) anregen.
DOI: 10.3238/arztebl.2011.0522c
Dr. med. Robert Eckert
Onkologische Schwerpunktpraxis, Wendlingen
robert.eckert@onko-esslingen.de
Interessenkonflikt
Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.
1.
Teichgräber UK, Pfitzmann R, Hofmann HA: Central venous port systems as an integral part of chemotherapy. Dtsch Arztebl Int 2011; 108: 147–54.
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