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MEDIZIN: Diskussion

Huberkanüle löst Späne aus Port

Huber Cannula Releases Silicone Particles From Port

Dtsch Arztebl Int 2011; 108(30): 523; DOI: 10.3238/arztebl.2011.0523a

Der Artikel formuliert den Anspruch, die wichtigsten Studien der letzten zehn Jahre zu Komplikationen bei Portkathetersystemen vorzustellen. Möglicherweise liegt hierin der Irrtum begründet, wenn die Autoren schreiben, dass die Hubernadel, die für die Punktion durch die Silikonmembran des Portsystems verwendet wird, nicht stanzend sei. Bereits im Jahre 1988 wiesen Haindl und Müller (1) sowie Müller und Zierski (2) nach, dass die in den 1950er-Jahren entwickelte Huberkanüle Silikonspäne aus dem Portseptum löst. Diese Partikel stellen nicht nur ein Problem für das Portsystem dar, sondern auch für den Patienten, in dessen Blutkreislauf sie gelangen können.

Bei eigenen Untersuchungen von Standard-, Huber- und SFN(StanzFreieNadel)-Portkanülen wurden bei 100 Einstichen bei 80 Shore-Härte bei Standardkanülen große Partikel, bei der Huberkanüle kleine und 0 Partikel bei SFN-Portkanülen gestanzt.

Es gibt Alternativen zur Huber-Kanüle. So wurde durch Strahlung am Kanülenauge der Huber-Schliff bereits modifiziert (3), andere Hersteller haben die Kanülenöffnung durch ein Mandrin geschützt. Eine andere Möglichkeit ist ein Spezialschliff mit unverbiegbarer Trokarspitze und seitlichem Austrittsloch wie bei den SFN-Kanülen. Der Stanzeffekt kann bei dieser Kanüle bei jeder Shore-Härte zu 100 Prozent ausgeschlossen werden.

DOI: 10.3238/arztebl.2011.0523a

Dr. med. (syr.) M. Kamal Koudaimi

Essen

kamal@koudaimi.de

Interessenkonflikt

Dr. med. (syr.) Koudaimi entwickelt für die PakuMed medical products gmbh Medizinprodukte und arbeitet insbesondere auf dem Gebiet der Portsysteme.

1.
Haindl H, Müller H: Eine atraumatische Nadel für die Punktion von Ports und Pumpen. Klinische Wochenschrift 1988; 66: 1006–9. MEDLINE
2.
Müller H, Zierski J: Die Huber-Nadel als Spezialkanüle für die Punktion von implantierten Ports und Pumpen – ein Irrtum in zahlreichen Variationen. Klinische Wochenschrift 1988; 66: 963–9. MEDLINE
3.
Haindl H, Müller H: Untersuchungen an Spezialkanülen für die Punktion von implantierten Portkathetersystemen. Biomedizinische Technik 1989; 4: 79–84.
4.
Teichgräber UK, Pfitzmann R, Hofmann HA: Central venous port systems as an integral part of chemotherapy. Dtsch Arztebl Int 2011; 108: 147–54. VOLLTEXT

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