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Dtsch Arztebl Int 2011; 108(30): 523-4; DOI: 10.3238/arztebl.2011.0523b


Für die Infusion über Portsysteme ist die Verwendung von speziellen Portnadeln unerlässlich. Im Allgemeinen besitzen Portnadeln einen Huberschliff, der weitgehend als stanzfrei angesehen wird. Diese Standardportnadeln werden bereits seit über 20 Jahren in der klinischen Routine eingesetzt und sind mit wenigen Komplikationen behaftet. Neue Entwicklungen wie Portnadeln mit Trokarschliff mit seitlicher Kanülenöffnung machen ein Stanzen von Silikonspänen aus der Portmembran beim Anstechen unwahrscheinlich. Allerdings handelt es sich bisher noch um ein Nischenprodukt von einem kleinen Hersteller, welches noch keine breite Akzeptanz gefunden hat.
Aussagekräftige randomisiert-kontrollierte Studien, die eine regelmäßige Spülung von Portsystemen mit Heparin allgemein für alle Portträger als Prophylaxe gegen Portkatheterthrombosen rechtfertigen, sind bisher nicht veröffentlicht. Die Gefahr der Entwicklung einer Heparin-induzierten Thrombozytopenie (HIT) ist grundsätzlich gegeben. In unserer klinischen Praxis wird auf sogenannte „Heparinblocks“ grundsätzlich verzichtet und ausschließlich mit 10 mL 0,9 % NaCl-Lösung gespült. Auch für das regelmäßige Spülen von Portsystemen während einer Therapiepause gibt es bisher keine sichere Evidenz.
Bei verlegten Portkatheterlumen sollte grundsätzlich ohne Druck gespült werden um eine Ruptur des Portkatheters oder eine Beschädigung der Portkapsel zu vermeiden. Unter Konnektion eines Dreiwegehahns mit zwei Spritzen an der Portnadel kann mit einer Spritze Sog im okkludierten Portkatheter erzeugt werden. Über eine zweite mit Urokinase oder rtPA gefüllte Spritze kann durch den erzeugten Unterdruck im verlegten Portkatheter beziehungsweise in der Portkapsel ein Lyseversuch durchgeführt werden. Für die Verwendung von sterilen Handschuhen beim Legen der Portnadel existieren keine Leitlinien. Es sollten jedoch zur Vermeidung von Portinfektionen möglichst sterile Kautelen zur Anwendung kommen. Es sei darauf hingewiesen, dass die Portinfektion immer noch eine häufige und schwerwiegende Spätkomplikation darstellt und unweigerlich zu einer Portexplantation führt (1).
Der Begriff Hochdruckportsystem bezeichnet Portsysteme, welche für die Applikation von intravenösen Kontrastmitteln bei der Computertomographie (CT) und der Magnetresonanztomographie (MRT) zugelassen sind. Bei Hochdruckportsystemen sind Flussraten von bis zu 5 mL/Sekunde möglich (2). Es muss hierbei beachtet werden, dass für die Kontrastmittelapplikation spezielle Hochdruckportnadeln verwendet werden müssen. Bisher sind solche speziellen Hochdruckportsysteme nur von wenigen Herstellern verfügbar. Die Identifikation für den Nutzer des jeweiligen Portsystems sollte durch einen Portpass erfolgen, der dem Patienten im Allgemeinen nach der Portimplantation ausgehändigt wird. Die Blutentnahme über Portsysteme und Gabe von Blutprodukten ist grundsätzlich über alle Portsysteme möglich. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass die Portsysteme nach einer Infusion oder Blutentnahme hinreichend gespült werden, um den Verbleib von Blutkoageln innerhalb der Portkammer oder dem -katheter auszuschließen.
Die Verwendung von Kunststoffportsystemen hat in den letzten Jahren zugenommen. Diese sind auf konventionellen Röntgenaufnahmen schlechter sichtbar. Jedoch zeigen Kunststoffportsysteme keine Artefakte in der CT und MRT. Letzteres hat uns neben dem günstigeren Abgabepreis dazu bewogen, vorzugsweise Kunststoffportsysteme zu verwenden. Der Portkatheter ist im Allgemeinen aus radiopakem Material gefertigt, so dass eine Erkennbarkeit in der Thoraxröntgenaufnahme gewährleistet ist.
DOI: 10.3238/arztebl.2011.0523b
Stellvertretend für die Autoren
PD Dr. med. Ulf K. Teichgräber
Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie II
Universitätsklinikum Jena
ulf.teichgraeber@med.uni-jena.de
Interessenkonflikt: PD Dr. Teichgräber erhielt Unterstützung bei der Abfassung von Manuskripten von der Firma Arrow im Rahmen einer Studie.
Eine Behandlungsanweisung bei Portkatheterokklusion befindet sich unter www.idir.uniklinikum-jena.de/IDIR+II/Allgemeine+und+interventionelle+Radiologie/Portimplantation.html
1.
Teichgräber UK, Kausche S, Nagel SN: Evaluation of radiologically implanted central venous port systems explanted due to complications. J Vasc Access 2011 [Epub ahead of print].
MEDLINE
2.
Teichgräber UK, Nagel SN, Kausche S, Enzweiler C: Clinical benefit of power-injectable port systems: A prospective observational study. Eur J Radiol 2011 [Epub ahead of print].
MEDLINE
3.
Teichgräber UK, Pfitzmann R, Hofmann HA: Central venous port systems as an integral part of chemotherapy. Dtsch Arztebl Int 2011; 108: 147–54.
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