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praxisnah

Neue Medikamente, alte Medikamente

Freitag, 6. März 2009

„Herr Doktor, ich nehme schon jahrelang ihre Medizin, ich habe aber in der Werbung über dieses neue Medikament gelesen, verschreiben Sie mir das!“ Von mir aus. Aber er solle bedenken, dass die neuen Substanzen immer strahlend erscheinen, während die althergebrachten Therapien im therapeutischen Abklingbecken verdämmern.

Aber das liegt auch daran, dass den neuen Tabletten immer die höhere Wirksamkeit zugeschrieben wird, so wie man immer dem neuesten Rock nachrennt. Neue Substanzen sind wie der Flirt mit einer neuen Geliebten, der man nur Gutes unterstellt, ohne genau zu wissen, ob nach Jahren gravierende Störwirkungen, pardon Zerwürfnisse auftreten.

Bei dem langjährigen Partner kennt man aber alle Schrullen, alle Macken, und wenn er verlässlich ist, warum soll man ihn von der Bettkante stupsen? Soll ich wirklich auf die neuen Medikamente wechseln? Schließlich war er mit seiner bisherigen Therapie ganz zufrieden, oder?

„So habe ich das noch nicht gesehen, Herr Doktor; Sie haben Recht, wir sollten bei der alten Medikation bleiben.“ Mit diesen Worten verlässt er das Sprechzimmer.

Manchmal ist es schwierig, die Patienten davon zu überzeugen, die Nebenwirkungen einer neuen Therapie erst mal andere ausprobieren zu lassen. Aber mit ein bisschen Phantasie kriegt man auch das hin.

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Mit scharfem Blick und einem Augenzwinkern berichtet Thomas Böhmeke, Kardiologe aus Gladbeck, in seinem Blog von den alltäglichen Begegnungen in der Arztpraxis.

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