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praxisnah

Wahlen: "Behinterteilt"

Freitag, 28. August 2009

Das Leben ist ein emsiges Suchen nach Glück und Zufriedenheit. Während die Mienen meiner Mitmenschen sonst nur Trübsal blasen, entdecke ich dieser Tage überall Bilder von mir unbekannten Menschen, an Ampeln und Laternen aufgehängt, die mich verzückt anlächeln, deren glückliche Penetranz mir signalisiert, vom Leben besonders bevorteilt zu sein.

Anfangs mutmaßte ich noch, ob es sich um Werbung für ein neues Antipressivum handelt. Allerdings gaben die unter den strahlenden Konterfeis befindlichen Botschaften keine weiteren diesbezüglichen Aufschlüsse: „Mit mir klappt alles!“, „Für eine bessere Zukunft!“ ließen mich erst an eine obskure Sekte denken, bis ich die dazugehörigen Parteikürzel entdeckte. Aha, wir werden bewählt.

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Mitunter werden wir auch bespaßt, wie vom Ex-Chefredakteur der Titanic und Herrn Schlämmer, die ihre Kandidatur ausgerufen haben. Betroffen fühle ich mich allerdings gar nicht von diesen frohen Botschaften, die mir eine glückliche Zukunft verheißen, wenn ich die dargestellten Personen am Wahltag abhake. Denn vor der Wahl ist nichts wie nach der Wahl.

Vorher ist die Staatsverschuldung belanglos, die Steuersenkung beschlossen, die Rente betonfest. Der Krieg in Afghanistan beendet, die Banken begütert. Die Schulen bezuschusst, die Autobahnen wieder befahrbar. Nach der Wahl ist man, tja, wie soll ich sagen, behinterteilt.

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Mit scharfem Blick und einem Augenzwinkern berichtet Thomas Böhmeke, Kardiologe aus Gladbeck, in seinem Blog von den alltäglichen Begegnungen in der Arztpraxis.

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