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praxisnah

Auf den Punkt kommen!

Donnerstag, 3. September 2009

Wenn ich ein Problem mit meinem Auto habe, so nehme ich es mit in die Werkstatt und verrate dem Meister, wo ein Kugellager klappert. Wenn ich Hunger habe, gehe ich in einen Lebensmittelladen und sage der freundlichen Verkäuferin, wonach mein Magen knurrt. Schwillt danach meine Unterweite an, so erleichtert es die Kleidersuche, wenn ich dem Verkäufer meine Konfektionsgröße mitteile.

Mit solchen Beispielen versuche ich meinen Schutzbefohlenen klar zu machen, dass es überaus vorteilhaft ist, Vorbefunde mitzubringen, genaue Medikamentenlisten aufzustellen. Dass es riskant ist, wenn die Tablettenangaben nicht stimmen, die Anamnese lückenhaft ist. Leider teilt kaum jemand meinen Hang zur peniblen Datenerhebung.

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Wirklich? Ein Ehepaar sitzt vor mir, die Ehefrau überreicht mir ein DINA4-Blatt, auf dem akribisch aktuelle Therapien, Blutdruckwerte und schließlich ihre Fragen zum Gesundheitszustand ihres Ehemannes fein säuberlich gelistet sind. Das ist grandios.

Endlich kann ich gezielt vorgehen und muss mich nicht erst durch ein Gestrüpp fehlerhafter Informationen kämpfen, endlich kann ich zielstrebige Diagnostik durchführen, ein tragfähiges Konzept erstellen, optimale Therapien gestalten. Ich strahle die Dame an wie eine Gammaquelle. Wie kommt sie dazu, die notwendigen Informationen so exakt zu dokumentieren? „Damit Sie genau auf den Punkt kommen, Herr Kollege.“

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Mit scharfem Blick und einem Augenzwinkern berichtet Thomas Böhmeke, Kardiologe aus Gladbeck, in seinem Blog von den alltäglichen Begegnungen in der Arztpraxis.

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