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praxisnah

Neue Medikamente versus alte Liebe

Montag, 15. März 2010

Ein Patient kommt zu mir in die Sprechstunde und verlangt nach einem neuen Medikament, das in der Apothekenzeitschrift beworben wurde. "Das müsse doch besser sein als sein Altes, oder?" Nun, ganz sicher sein könne man da nicht. Mit den neuen Medikamenten ist es wie mit einer neuen Geliebten.

Bei ihr ergeht man sich in der Hoffnung, dass sie die Pforten zum Glück weit aufreißt, das Leben mit strahlender Zufriedenheit füllt, jeden Tag in wonnigem Glanz erstrahlen lässt. Sozusagen nur wundervolle Wirkungen entfaltet. Da ist es doch ein Leichtes, die treue, zuverlässige Partnerin von der Bettkante zu schubsen, deren Gewohnheiten man kennt, auch deren Macken, mit denen man sich schon bestens arrangiert hat. Die Nebenwirkungen also gar nicht mehr merkt.

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Im Schwange der Gefühle übersieht man aber, dass die neue Geliebte durchaus fähig sein könnte, sich mit der Kreditkarte schadlos zu halten, mit der PIN-Nummer das Girokonto leer zu fegen, das Wohnzimmer in Brand zu setzen.

Wir Ärzte kennen das als Rote-Hand-Brief. Das sind die Nebenwirkungen der neuen Liebschaft, die naturgemäß deswegen nicht bekannt sind, weil sie nun mal neu sind. Will er denn wirklich, dass ich sein treues Medikament aus dem Therapieplan schubse? "Nein! Nein! Herr Doktor, wir lassen alles beim Alten!"

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Hypersomniac
am Mittwoch, 14. September 2011, 04:10

.

Ich muss erwähnen; ich als Patient bin immer zufrieden, wenn meine Medikamente anschlagen und sich gut einschleichen. Kleinere Nebenwirkungen nehme ich gerne mal in Kauf, solange diese mich im Alltag nicht zu sehr einschränken. Nie im Leben würde ich auf die Idee kommen, meine feste Medikation zu wechseln, wenn diese hervorragend funktioniert. Medikamente sind keine Wunderpillen, die einen Unsterblich machen. Auch im Jahre 2011 nicht. Das sollte den Patienten klar sein.
Ich bin froh, medikamentös so gut eingestellt zu sein und fürchte mich eher vor Medikamentenwechsel.
Hypersomniac
am Mittwoch, 14. September 2011, 04:10

Ich

Ich muss erwähnen; ich als Patient bin immer zufrieden, wenn meine Medikamente anschlagen und sich gut einschleichen. Kleinere Nebenwirkungen nehme ich gerne mal in Kauf, solange diese mich im Alltag nicht zu sehr einschränken. Nie im Leben würde ich auf die Idee kommen, meine feste Medikation zu wechseln, wenn diese hervorragend funktioniert. Medikamente sind keine Wunderpillen, die einen Unsterblich machen. Auch im Jahre 2011 nicht. Das sollte den Patienten klar sein.
Ich bin froh, medikamentös so gut eingestellt zu sein und fürchte mich eher vor Medikamentenwechsel.
Thelber
am Mittwoch, 17. März 2010, 22:19

Ein treffender Vergleich !

Der gefällt mir !!

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Mit scharfem Blick und einem Augenzwinkern berichtet Thomas Böhmeke, Kardiologe aus Gladbeck, in seinem Blog von den alltäglichen Begegnungen in der Arztpraxis.

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