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Polarpsychiater

Norwegische Einsichten

Dienstag, 8. Juni 2010

Endlich ist der extrem späte Frühling in vollem Gang, der Flieder knospt, (Blüte kommt bald!) alles wächst sichtbar schnell, täglich sieht man Zuwachs bei Gras, Bäumen, Nutzpflanzen. Die Schafe, fast ausschließlich Mütter mit zwei Kindern, sind auf den Weiden und im nahen Wald, überall auf dem Land mäh-Rufe und das typische Glockengeklingel.

Alle hoffen auf einen guten, sonnenreichen Sommer, kein glaubt so richtig daran. Aber der Regen ist im Sommer oft nicht so stark und anhaltend, Temperaturen werden subjektiv höher eingeschätzt, die Sonne ist hier in Nordnorwegen intensiv, wie in den Bergen, die Luft natürlich sehr klar.

Vor kurzem gab es in einem kleinen Ort (30 KM) eine Geschwindigkeitskontrolle, die Strafen sind ernüchternd, bis 5 KM 60Euro, 18 KM 600Euro und zwei Punkte, also ein Land wo man kaum jemals schneller fährt, allerdings ist die Hetze im Alltag deutlich geringer, an der Kasse im Markt, im Verkehr, auf der Arbeit.

Es scheint alles aber nicht weniger effektiv zu laufen, als in der alten Heimat. Deutschland, ja, die kulturellen Feinheiten, die sich in der zwischenmenschlichen Kommunikation niederschlagen, manchmal werden erst nach Monaten kleine grundsätzliche Mißverständnisse deutlich, die doch bisweilen zur Verstimmung sorgen, so z. B. die erheblich größe Toleranz in Norwegen für vom Bekannten abweichende Ansichten und Meinungen.

Das wiederum führt manchmal dazu, dass es dauern kann, bis diese Wahrnehmungen konfrontiert oder relitätsgecheckt werden können, gerade wegen der Toleranz. Es gibt auch das "jantelov" also ein in der Kultur verankertes "lov=Gesetz", welches sagt: "Bilde Dir nur ja nicht ein, Du seist etwas Besseres".

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Polarpsychiater

Franz Walter Kirchner, Psychiater im norwegischen Mo i Rana, analysiert in seinem Blog das norwegische Lebensgefühl in Helgeland, dem Polarkreisgebiet zwischen Nordatlantik-Küste und schwedischem Bergland mitten in Norwegen.

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