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Herzschrittmacher-Recycling

Mittwoch, 3. November 2010

Die Lebensdauer moderner Herzschrittmacher übertrifft häufig die ihrer Träger. Nach dem Tod werden sie häufig dem Körper entnommen, vor einer Feuerbestattung ist dies sogar vorgeschrieben. Was spricht also dagegen die Herzschrittmacher nach dem Tod zu “recyceln”?

Viele dürften dies instinktiv für unethisch halten oder sogar eine Gefahr für die Empfänger vermuten, da Krankheitserreger oder sogar Prionen übertragen werden könnten. Die Kardiologen Kim Eagle und Timir Baman von der Universität in Michigan haben dagegen keine Bedenken.

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Weltweit sterben jedes Jahr ein bis zwei Millionen Menschen, weil sie kein Geld für einen Herzschrittmacher haben. Die Geräte werden von den Herstellern zwar häufig zu Discount-Preisen von 800 US-Dollar an Entwicklungsländer abgegeben. Für viele Menschen sei dies aber viel mehr, als sie in einem Jahr verdienen, schreiben die Kardiologen in Circulation (2010; 122: 1649-1656).

Hygienische Bedenken gebe es nicht, da die Geräte sterilisiert werden können. Die beiden Forscher haben deshalb das Projekt MyHeartYourHeart.org gegründet, das Krematorien die versandkostenfreie Abnahme von Herzschrittmachern anbietet.

Konkurrenz könnte von CanPacers.org kommen. Diese Organisation sammeln “Second-Hand” Schrittmacher für den besten Freund des Menschen, den Hund. Auch bei Hunden gibt es kardiale Erkrankungen, die durch einen Herzschrittmacher gelindert werden können…

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promisit
am Freitag, 5. November 2010, 08:38

Wo ist das Problem ?

Zu früheren Zeiten wurden auch bereits andere Implantate weiter verwendet oder jahrelang Herzkatheter wieder aufbereitet und die eingesparten Kosten sind in die Taschen der Anwender gewandert. Chirurgisches Instrumentarium wird jahrelang resterilisiert und wieder verwendet. Bei einer validierten und sicheren Aufbereitung ist auch die Aufbereitung von Herzschrittmachern medizinisch-infektiologisch kein Problem, darf aber keinesfalls zu einem windigen Geschäftszweig werden !

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