Gratwanderung

Organtransplantationen: Missstände müssen behoben werden

Freitag, 10. Dezember 2010

Um die weiterhin unbefriedigende Situation bei der Organspende zu verbessern, wird immer wieder eine Abkehr von der jetzigen erweiterten Zustimmungsregelung gefordert. So plädierte heute der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Theodor Windhorst, für eine Verbindung von Informations- und Erklärungslösung.

Doch ob dieser Vorschlag tatsächlich zu mehr Organspenden führt, darf bezweifelt werden. Zumindest müssten noch weitere Maßnahmen umgesetzt werden. Das sieht auch Windhorst so, der sich für einen umfangreichen Maßnahmenkatalog einsetzt.

In Nordrhein-Westfalen, einem Bundesland mit einem dramatischen Rückgang der Organspendezahlen, haben inzwischen nahezu alle Krankenhäuser mit Intensivbetten (98 Prozent) einen Transplantationsbeauftragten bestellt. Dennoch bestehen immer noch zahlreiche Defizite.

So kommt beispielsweise nur jedes zweite Krankenhaus der gesetzlichen Verpflichtung nach, die hirntoten Patienten zu melden. Erst ein Drittel der Transplantationsbeauftragten hat bisher eine Fortbildung der Ärztekammern zur Organspende besucht.

Erst wenn diese Missstände behoben werden und wenn es zu einer breiten Akzeptanz der Bevölkerung in die Organspende kommt, kann den etwa tausend Patienten auf der Warteliste für eine Organtransplantation geholfen werden.

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AlfonsGrau
am Mittwoch, 22. Dezember 2010, 14:13

Organtransplantationen: Missstände müssen behoben werden

Alfons Grau, Hofmannstraße 68, 91052 Erlangen

Sehr geehrte Damen und Herren,

den Beitrag Nr. 68 (10. Dezember 2010): Organtransplantationen: Missstände müssen behoben werden habe ich gelesen und sage dazu folgendes:

Der größte Missstand ist die falsche Informationspolitik von DSO und BZgA. Sowohl Organgeber als auch Organempfänger müssen die volle Wahrheit über die Umstände einer Organtransplantation erfahren, was jedoch sträflich vernachlässigt wird.

Es ist noch schlimmer. Immer mehr Wissenschaftler weltweit geben jetzt zu, dass der sogenannte "Hirntod" nicht der Tod des Menschen ist, sondern lediglich ein Entnahmekriterium, was seit seiner Einführung 1968 bekannt ist. Die angeblich hohe Bereitschaft der Bürger zur Organspende ist das Ergebnis suggestiver Befragung zur "Organspende nach dem Tod". Würde der Realität und Wahrheit gemäß gefragt werden: sind Sie für "Organentnahme bei lebendigem Leib"?, dann wäre das Ergebnis ganz anders. Viele Menschen wissen das, erkennen die Hirntod-Falle und haben deshalb keinen Spenderausweis. Auch immer mehr Ärzte und Pfleger wenden sich aus Gewissensgründen von dem Zweig der Transplantationsmedizin ab, der sich zum Zweck der Organgewinnung der Tötung von Menschen auf dem Operationstisch bedient.

Nehmen Sie bitte auch das Zeugnis von zwei betroffenen Familien zur Kenntnis. Dazu hänge ich mein Rundschreiben vom 17.12.2010 an.

Mit freundlichen Grüßen
Alfons Grau


Nachricht als Anhang
Betreff:
Organtransplantation
Von:
Alfons Grau <grau.alfons@t-online.de>
Datum:
Fri, 17 Dec 2010 15:31:33 +0100
An:
Alfons Grau <grau.alfons@t-online.de>

Alfons Grau, Hofmannstraße 68, 91052 Erlangen

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde,

nach dem Willen von Frank-Walter Steinmeier soll die sogenannte Organspende gesetzlich neu geregelt werden. Geplant ist die Einführung der "Entscheidungslösung" verbunden mit einer "Äußerungspflicht: ja oder nein zur Organspende". Will man denn weiterhin darauf bauen, dass unwissende und gutgläubige Menschen der Tötung auf dem Operationstisch zum Zwecke der Organgewinnung zustimmen sollen?

Hören und lesen Sie das Zeugnis von zwei betroffenen Familien, die der Organentnahme bei ihrem Kind zugestimmt haben:

Zum Dokumentarfilm klicken auf folgende Titelzeile!

Gloria.tv: Hirntod und Organspende - Die verschwiegene Seite

Und lesen Sie:

Ein Aufruf an Eltern, die Organe ihrer Kinder freigegeben haben,

zum 17. Jahrestag der Explantation unseres Sohnes Paolo

Wir haben das dringende Bedürfnis, Ihnen mitzuteilen, dass wir leider der Bitte um die Organe unseres Sohnes Paolo nachgegeben haben. Paolo war 19 Jahre alt. Wir waren vor Schmerz betäubt, und in dieser Situation unterschrieben wir. Eine schlimmere Entscheidung hätten wir nicht treffen können: Wir alle verrieten unsere Kinder, weil wir falsch informiert wurden und durch den Druck der Transplantationsmediziner erschöpft waren. Wir ließen es unwissentlich zu, dass unsere Kinder ohne Betäubung abgeschlachtet und ausgeweidet wurden. Die Folterer in den Konzentrationslagern fragten zumindest nicht die Eltern nach ihrer Zustimmung, ihre Kinder töten zu dürfen.

Unsere Kinder wurden in der Intensivstation der totalen Willkür der Ärzte preisgegeben, allein, ohne Begleitung ihrer Eltern, und dann im Operationssaal ermordet: „Der Chirurg setzt das Messer an den Hals und schneidet bis zum Brustbein, zum Nabel und dann bis zur Leiste. Das Herz schlägt. Die Lungen atmen. Das Blut zirkuliert. Der Körper ist warm. Er bewegt sich, er versucht zu reagieren. Dies sind nach Aussagen der Chirurgen nur Rückenmarksreflexe, die durch Medikamente unter Kontrolle zu halten sind. Die unerbittliche Hand des Scharfrichters spaltet das Brustbein, ergreift das schlagende Herz und löst es heraus.“

So starben unsere Kinder. Sie waren hilflos und verlassen, es gab keine zärtliche Berührung und keinen Abschiedskuss von ihrer Mutter, ihrem Vater. Ihre Körper waren zu Ersatzteillagern geworden, um die Menschen konkurrierten, die darauf gehofft oder dafür gebetet hatten, ihre Organe zu bekommen. Unsere Kinder sind schlimmer behandelt worden als Todeskandidaten in der Todeszelle oder Schlachttiere im Schlachthof, die zumindest keine lange Folter erleiden müssen.

Wir alle unterschrieben, weil man uns glauben machte, dass wir das Richtige taten. Die Mafia des Transplantationsgewerbes hat uns besiegt.

Kämpft, damit andere Eltern nicht das erleiden, was wir erleiden müssen, weil wir den Transplantationskoordinatoren, den Chirurgen/Explanteuren und all den anderen Kollaborateuren vertrauten: den Ärzten, die den Tod feststellten, den Anästhesisten, Neurologen, Krankenpflegern, käuflichen Reportern und anderen, die sich alle beteiligen an der Schlachtung/Explantation, die sie als Organspende ausgeben. Diese gerissene und betrügerische Vorgehensweise erzeugt Hass auf die Gesellschaft, nicht Liebe.

Ihr Eltern, die ihr die Organe eurer Kinder freigegeben habt, seid mutig und schließt euch uns an, erzählt die Wahrheit und sprecht in der Öffentlichkeit über euer Leid: Erstickt es nicht in eigens dafür eingerichteten psychiatrischen Zentren. Lasst uns diesen modernen Kannibalismus beenden, der unter dem Deckmantel der Wissenschaftlichkeit stattfindet.

Die Eltern von Paolo Mondo

Stellio Mondo und Silviana Mergiani

Mitglied des Nationalen Rates

www.antipredazione.org

(Übersetzung aus dem Italienischen ins Englische: National League Against the Predation of Organs and Death with a Beating Heart)

(Übersetzung aus dem Englischen ins Deutsche: Kritische Aufklärung über Organtransplantation e. V.; www.initiative-kao.de)

Gott zum Gruß
Alfons Grau


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Von embryonaler Stammzellforschung bis Sterbehilfe – mit ethischen Themen vom Beginn bis zum Ende des Lebens werden Ärzte immer wieder konfrontiert. Gisela Klinkhammer, beim Deutschen Ärzteblatt zuständige Redakteurin für Medizinethik, setzt sich mit aktuellen Entwicklungen auseinander.

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