Polarpsychiater

Norwegen nicht immer positiv, aber weniger Diskussionen um Kosten

Donnerstag, 3. Februar 2011

Nun, es ist immer noch weiß, wir sind ja schließlich in Nordnorwegen. Zwischenzeitlich war es recht kalt, lange Perioden mit bis zu -24 Grad. (Wobei die Verkehrsbehinderung hier minimal ist.)

Man friert in Deutschland aber mehr, sagen viele der hier lebenden Deutschen, aber auch hier kann es feucht sein, so richtig wird nicht klar, was es ist, allerdings geht nichts über eine richtig schöne Ofenwärme.

Dezember und Januar sind auch die dunkelsten Monate, schwer auszuhalten, dieser Ausnahmezustand, wo man im Dunkel morgens losfährt und abends im Dunkel heimkehrt, nachdem im Arbeitstag nur ein Schimmer Licht draußen zu sehen ist.

Jetzt ist es auf jeden Fall noch kurz hell nach der Arbeit, das ist schon erleichternd. Am Wochenende raus und Langlauf, mal ein bißchen Licht sehen. Seit nunmehr 2 Wochen pendelt hier das Küsten- Nordlandswetter zwischen Regen, Schnee und Frost – Halbschuhe kann man vergessen!

Norwegen, nicht ausschließlich positiv: zwei erfahrene Kollegen aus Deutschland und Tschechien wurden kürzlich hier in der Presse angegriffen in typischer Boulevard-Manier, mit völlig aus der Luft gegriffenen Anschuldigungen. Auslösend waren unklare Aufträge, eine träge Aufsichtsbehörde, Feigheit vor der Presse, klar Stellung zu nehmen – schnell sind Gerüchte aufgebaut, (Vor-)Urteile erfüllt, ein guter Ruf zerstört, die Rückkehr nach Deutschland schon eingeleitet.

Leider ist auch hier die Angst groß, vor die Presse gezerrt zu werden, die in klassischer Weise mit Schwarz-Weiß-Darstellungen und unzulässigen Vereinfachungen arbeitet um die "Sensation" bringen zu können. Schade.

Vor allem, weil man sonst als Facharzt hier recht souverän arbeiten kann und in seinem Urteil und seinen Handlungen nur den nationalen Prozeduren und seinem Wissen und Gewissen verantwortlich ist.

Das ist im Vergleich zur alten Heimat wirklich ein Gewinn, zu Diskussionen um Geld und Kosten kommt es selten, viel mehr geht es um Inhalte.

Doch das Thema wäre doch einen weiteren Beitrag wert.

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Franz Walter Kirchner, Psychiater im norwegischen Mo i Rana, analysiert in seinem Blog das norwegische Lebensgefühl in Helgeland, dem Polarkreisgebiet zwischen Nordatlantik-Küste und schwedischem Bergland mitten in Norwegen.

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