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Ethikrat: Juristisch-medizinische Koalition

Mittwoch, 9. März 2011

Der Deutsche Ethikrat hat in Sachen PID genau das erwartete Ergebnis geliefert: Eine tadellose Zusammenstellng des Sachstandes und ein knappes, aber doch eindeutiges Votum zugunsten der PID (unter Kautelen...). Daran entzündet sich nun die Kritik. Doch das Ergebnis kann bei der Zusammensetzunge des Gremiums niemaden überraschen. Sortieren wir den Ethikrat mal nach Interessenlagen. Denn auch die hehre Ethik schwebt ja nicht frei im Raum.

Für die PID (unter Kautelen...) sprachen sich 13 der 26 Mitglieder aus, genau genommen sogar 14, denn der (u.a.) Transplantationsmediziner Eckhard Nagel votierte auch pro, verausgesetzt es gebe eine verbindliche Indikationenliste. 11 stimmten contra, im wesentlichen die drei Theologen und die geisteswissenschaftlich orientierten Mitglieder. Die Philosophin Weyma Lübbe enthielt sich. Sie könnte die Zerrissendste gewesen sein: Hatten nicht beide Seiten gute Argumente, wie soll man sich da entscheiden können?

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Von den 5 Medizinern votierten 4 pro: Frank Emmrich (Immunologie), Jens Reich (Molekularbiologie), Christiane Woopen (Ethik), außerdem, siehe oben, Nagel; einer contra: Axel Bauer (Ethik). Von den 3 Naturwissenschaftlern (die sämtlich medizinisch forschen) votierten 2 für die PID: Stefanie Dimmeler (Molekularbiologie), Heike Walles (Regenerative Medizin); eine dagegen: Regine Kollek (Reproduktionsmedizin). Macht 6 : 2

Den Medizinern sind die Juristen beigesprungen: 6 pro, 1 contra (Ulrike Riedel). Man erinnere sich dabei, dass ein Urteil des BGH zur Rechtmäßigkeit der PID die aktuelle Diskussion erzwungen hat.

Fehlen noch 2 Stimmen, die nicht eindeutig den beiden "Lagern" zuzurechnen sind, aber auf den zweiten Blick doch dazu gehören: Wolf-Michael Catenhusen (an sich Philologe, viele Jahre aber Staatssekretär bzw. "Parlamentarischer"  im Bundesforschungsministerium) und der Philosoph Volker Gerhardt (auch Rechtswissenschaftler und Vizepräsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, die unlängst eine umstrittende Rolle bei der Stellungnahme der Leopoldina zugunstenn der PID gespielt hat).

Fazit: Eine Koalition aus Juristen und der Forschung eng verbunden Medizinern machte das Rennen, wenn die flapsige Formulierung gestattet sei.

 

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Aus berufs- und standespolitischem Blickwinkel kommentiert der Journalist Norbert Jachertz, Köln/Berlin, “Vermischtes” – von harter Politik bis zu beiläufigen Ereignissen.

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