Ich sitze im Flughafen, kurz vor dem Sprung nach USA. Meine Deutschlandferien/Heimaturlaub sind vorüber und interessante Gespräche mit Arztkollegen, von denen ich ein anderes Mal erzählen will, liegen schon weit hinter mir.
Mein Flug musste leider verschoben werden, weil er überbucht war. Man hat mich einfach nicht mitgenommen! Da ich am Montag wieder einen 18-Stundendienst habe, wird mir zum wiederholten Mal bewusst wie eng der eigene Zeitplan ist, aber auch wie lebenseingreifend und beengend der ärztliche Beruf ist.
Daher nutze ich diese Stunden des unerwartet In-der-Luft-Hängens, der Muße, um den Jetztstand der USA-Schuldendebatte nachzulesen. Gibt es eine Einigung? Oder tritt das kaum Denkbare und eine partielle Zahlungsunfähigkeit ein? Plötzlich ist selbst mein Medizinerdasein, mein anstehende Forschungsprojekte in den Hintergrund getreten und tagtäglich blicke ich so oft möglich in die Medien – aktueller Stand? Hat Obama nachgegeben? Die Republikaner? Gehen die Zinsen nun hoch? Die finanzielle Bewertung seitens der Bewertungsfirmen Moody’s & Co runter?
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Obwohl ich beim teilweisen Zahlungsausfall Minnesotas wenig gespürt habe, bin ich nun doch etwas bangend beim Gedanken an den (partiellen) USA-Zahlungsausfall. Bis diese Zeilen veröffentlicht werden – verfasst am Samstagabend 18 Uhr Amsterdamzeit – mag schon eine Einigung erreicht worden sein und ich mir umsonst Gedanken gemacht haben. Falls nicht, was dann? Werde ich die direkte Auswirkung spüren? Wird der Krankenhausalltag betroffen sein? Wie wird es meinen Patienten gehen, die Sozialhilfe beziehen? Proteste auf den Straßen? Oder resignierende Akzeptanz?
Mit Genuss lese ich die FAZ-Einlassungen eines aus Deutschland emigrierten Professoren namens Hans Ulrich Gumbrecht, der mir nicht unähnlich ist. Aber auch er hat keine Antworten – Diagnose und Therapie unbekannt.
Ihr Petrulus
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Vom Arztdasein in Amerika
Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Petrulus über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.
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