Wundern Sie sich nicht, wenn demnächst laute Rap- oder Techno-Musik aus der Arztpraxis nach außen dringt. Der Mediziner macht dann keineswegs eine Pause. Er ist vielmehr beruflich beschäftigt. Vielleicht führt er gerade bei seinem Patienten eine Blutdruckmessung im Bereich eines Aneurysmas der Aorta durch oder er prüft die Blasenfüllung eines Patienten mit Querschnittslähmung. Und das geht nur mit Hilfe von Musik mit starken Bässen.
Grundlage der Messung könnte ein jetzt auf der International Conference on Micro Electro Mechanical Systems in Paris vorgestelltes miniaturisiertes Druckmessgerät sein. Es ist kaum größer als eine Geldmünze und könnte überall im Körper implantiert werden. Eine Batterie oder ein Kabel nach außen benötigt es nicht, da es seine Energie aus der Luft bezieht, genauer über akustische Signale, sprich Druckwellen erhält.
Kern der Erfindung ist ein Metallplättchen, das in einem Glasröhrchen (wie ein Sprungbrett im Schwimmbad, nur viel kleiner) frei schwingend aufgehängt ist. Da akustische Wellen im Körper weitergeleitet werden, können diese das Metallplättchen in Schwingungen versetzen. Die dabei übertragene Energie wird mittels eines piezoelektrischen Effekts in Strom verwandelt.
Viel Energie entsteht dabei nicht. Doch sie reicht aus, um ein miniaturisiertes Messgerät zu betreiben und darüber hinaus die Messergebnisse mittels Radiowellen nach außen zu senden. Gut, dass es die Musik gibt.
Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skuril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbegen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.
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