Wir Assistenten saßen beisammen am Tag, nachdem Christian Wulff, immerhin als Bundespräsident der höchste Staatsmann Deutschlands, zurücktrat. Probehalber fragte ich in der Runde herum, ob jemand von diesem Rücktritt gehört habe. Kein einziger.
„Euer Präsident ist zurückgetreten“, fragte vielmehr einer, „übernimmt dann Euer Vize-Präsident die Regierungsgeschäfte?“ und fühlte sich wohl besonders klug, dass er glaubte zu wissen wie unser System funktioniere. Dabei ist das die Regelung, die für die USA vorgesehen ist.
Hingegen kennen viele Deutsche sich sehr gut in der US-amerikanischen Politiklandschaft aus und könnten bestimmt, obwohl sie relativ machtlos und unwichtig sind, die meisten Kandidaten der republikanischen Seite für das Präsidentenamt 2012 nennen. Ich bin mir sogar sicher, dass recht viele Hintergründe zu Newt Gingrich, Mitt Romney oder selbst Rick Santorum aufzählen könnten.
Eine seltsame Asymmetrie, die man einfach akzeptiert und überspitzt so formulieren könnte: Alle interessieren sich für die USA und die USA kümmert sich nur um sich selbst.
Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Petrulus über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.
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