Wir Assistenzärzte des dritten Ausbildungsjahres
sind in nunmehr drei Monaten mit unserer Facharztausbildung zu Ende. Im Anschluss
hieran wird die überwältigende Mehrheit meiner
Kollegen zwei Monate freinehmen, um ausschließlich auf unsere Facharztprüfung sich vorzubereiten. Die
meisten von uns werden sie im August dieses Jahres ablegen.
Da unser Programm mit
einer Bestehensquote von 99% landesweit glänzt und damit weit über dem US-amerikanischen Durchschnitt liegt,
weiterhin auch so ausgezeichnet bleiben möchte, werden wir alle von unserem Chefarzt und
Oberärzten regelmäßig darauf angesprochen, wie und
ob wir uns schon auf die Facharztprüfung vorbereiten. Deshalb hat auch jeder von uns
schon einen zumindest vagen Lernplan und sich Lernmaterialien gekauft.
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Ich selber habe die Prüfungsvorbereitung ebenfalls sehr
ernst genommen und neben der Anmeldung zu einem fünftägigen Vorbereitungskurs, dem Anhören von Audiomaterial zu
internistischen Fragestellungen und dem selektiven Nachlesen einzelner Inhalte
mir die aktuelle, die 18. Ausgabe des Harrisons „Innere Medizin“ gekauft,
gedruckt im Jahr 2011. Als ich das aus 3.583 Seiten bestehende, 397 Kapitel
umfassende zweibändige
Internistenbuch erhielt, war ich sehr stolz und lese mich derzeit Seite um
Seite hindurch. Es ist ein langsamer, aber faszinierender Prozess, wenngleich
ich das allermeiste natürlich schon kenne.
Meinen Kollegen habe ich
von meinem Vorhaben erzählt und eine Diskussion über die Nützlichkeit eines Lehrbuches entfacht.
Es trägt nämlich kein einziger meiner
Kollegen ein Buch mit sich herum, wir verlassen uns bei der täglichen Visite allesamt auf
elektronische Nachschlagegeräte wie iPhone, Laptop, iPad und ubiquitären stationären Rechnern mit Internetzugang.
Mehr oder minder unisono
sind meine Kollegen zum Schluss gekommen, dass das Fachbuch ausgedient hat, dem
Untergang geweiht ist und schon am Tag seines Erscheinens veraltet ist. Selektives
Nachlesen via Internet in Medien wie Medline, Emedicine, UpToDate, selektiver Überblicksartikel und
Metaanalysen et cetera sind dem Buch weit überlegen. Ich bin also ein Dinosaurier.
Wenigstens ein wegen seines Harrisons Textbuches zufriedener.
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Vom Arztdasein in Amerika
Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Petrulus über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.
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