In vielen deutschen
Bundesländern existiert die Weiterbildung zum
Allgemeininternisten nicht mehr. In den USA ist er jedoch weiterhin gang und
gäbe, und er wird auch nicht in naher Zukunft abgeschafft. Zu zentral ist seine
Bedeutung im stationären und ambulanten Bereich (siehe “Der
Internist als Zentrum” http://www.aerzteblatt.de/blog/47378/).
Erst hieran schließen sich in den USA
Weiterbildungsmöglichkeiten wie Rheumatologie, Intensivmedizin, Infektiologie oder
Onkologie an. Diese werden „Unterspezialisierungsfächer“ genannt, weil sie erst
im Anschluss an die Ausbildung zum
Allgemeininternisten durchlaufen werden können. Da es mindestens 17 solcher
Weiterspezialisierungsmöglichkeiten gibt und einige der Weiterbildungsprogramme
zum Teil bis zu sechs Jahre dauern, könnte ein Internist sich wohl sein ganzes
Leben lang weiterbilden, ohne je als Facharzt gearbeitet zu haben. Das mag in wenigen
anderen Fächern ebenfalls der Fall sein, aber es scheint besonders ausgeprägt
bei den Internisten zu sein.
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Die Weiterbildung zum Allgemeininternisten
sollte daher im Idealfall zwei Dinge umfassen: Das Wissen des Faches vermitteln,
sowie grundlegendes Spezialistenwissen und Kontakte zu den wichtigsten Unterspezialisierungsfächern
ermöglichen. Da der allgemeininternistische Facharzt drei Jahre dauert ist die
Zeit für diese zwei Ziele begrenzter als in Deutschland, wo nicht nur die
Weiterbildung länger dauert, sondern manchen Assistenzärzten sieben oder acht
Jahre hierfür abgenötigt wird.
Entsprechend hat man sich in den USA dafür
entschieden, dass ein internistischer Assistenzarzt nicht wie in Deutschland
alle drei oder sechs Monate die Station wechselt, sondern jeden Monat. Die wöchentlichen
Arbeitszeiten sind in den USA zwar um einen Faktor von fast 50% länger als in
Deutschland, aber auch unter diesen Bedingungen ist ein einmonatiger
Stationsaufenthalt nicht mit einem sechsmonatigen zu vergleichen. Man hat
weniger Zeit, das stationsspezifische
Wissen und das des Oberarztes aufzunehmen.
Doch ist ein sechsmonatiger
Stationsaufenthalt unbedingt immer nötig? Wenn ich, wie kürzlich bei meinem
Monat auf der Onkologie, bei drei verschiedenen Patienten unterschiedliche
lymphoproliferative Tumoren diagnostiziere oder, wie auf der Infektiologie,
eine systemische Blastomyzesinfektion bei einem und eine CMV-Virämie als
Ursache einer Milzruptur bei einem anderen feststelle, dann ist das medizinisch
zwar befriedigend, aber nicht unbedingt relevant für meine zukünftige Arbeit
als Allgemeininternisten. Außerdem stehen solche spannende Fälle in meinem „Harrison’s“
Innere Medizin Buch und in meinen vielen Fachjournalen.
Meine US-Kollegen und ich sind daher mit den
kurzen Rotationen hochzufrieden und haben das Gefühl, sehr viel gelernt zu haben und in die wichtigsten
Fächer hineingeschnuppert zu haben. Es befriedigt uns auch zu wissen, dass 36
Rotationen einen Facharzt ergeben und nicht beim einen 44 und beim anderen
52,5. Einige von uns haben sogar Strichliste geführt, weil sie wussten, dass
nach 36 Monaten Schluss ist. Die meisten von uns wissen auch, dass diese 17+ Programme nicht für uns gedacht sind.
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Vom Arztdasein in Amerika
Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Petrulus über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.
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