Gesundheit
Spiel-Intelligenz beim Fußball entscheidend
Dienstag, 10. April 2012
Fußballer benötigen Köpfchen. Nicht nur um den Ball nach
hohen Flanken hinter die Linie zu bugsieren. Wichtig ist auch der Inhalt hinter
der Schädelkalotte. Psychologen glauben, dass bei Mannschaftssportarten wie
Fußball die Spiel-Intelligenz für den Erfolg eben so wichtig ist wie
körperliche Fitness.
Was Spiel-Intelligenz ist, war bislang schwer zu fassen.
Einen Test gab es nicht. Klar erscheint, dass die exekutiven Funktionen von
Bedeutung sind. Darunter fassen Psychologen alle höheren Hirnleistungen
zusammen, die für das zielgerichtete Handeln benötigt werden. Dazu gehören nicht
nur die verbale und analytische Intelligenz. Fußballer benötigen vor allem die
Fähigkeit, Situationen visuell schnell zu erfassen und bei der Problemlösung
Kreativität zu entwickeln. Genau diese Fähigkeiten untersucht der
Design-Fluency-Test. Er gehört zu den D-KEFS (für Delis-Kaplan executive
functions system), einer Batterie neuropsychologischer Test.
Der Neurowissenschaftler Predrag Petrovic vom Karolinska
Institut in Stockholm hat den Design-Fluency-Test zunächst bei Spielern der
ersten und der zweiten schwedischen Fußballliga durchgeführt. Die besten
Ergebnisse erzielten die Profis der obersten Liga. Die Kicker der zweiten Liga
verfügten aber ebenfalls über mehr Spiel-Intelligenz als eine dritte Gruppe von
Nichtfußballern, denen der Design-Fluency-Test bestätigte, dass sie es im
Fußballsport nicht weit gebracht hätten.
Im zweiten prospektiven Teil der Studie begleitete Petrovic
eine Reihe von Fußballern, die zu Beginn der Saison den Test absolviert hatten.
Die Spieler mit den höchsten Werten erzielten später die meisten Tore oder
schlugen häufiger die vorbereitenden Pässe. Vielleicht hätte Petrovic die
Ergebnisse besser für sich behalten sollen. Bei der Talentsuche könnte der Test
gute Dienste leisten. Nach der Publikation in einem Open-Access-Journal sind
die Ergebnisse jetzt allen Vereinen zugänglich.
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