302 Beiträge

Gesundheit

Schulpflicht verlängert das Leben

Dienstag, 15. Mai 2012

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde in den meisten europäischen Ländern die gesetzliche Schulpflicht von acht auf neun Jahre verlängert. Bildung wurde damals als eine Möglichkeit gesehen, die wirtschaftliche Erholung zu beschleunigen. Normalerweise werden Schulreformen landesweit umgesetzt. Nicht so in Schweden. Die dortige Regierung war sich 1949 nicht sicher, dass ein zusätzliches Schuljahr wirklich nutzt. Sie startete deshalb ein einzigartiges soziales Experiment. Das neunte Schuljahr wurde schrittweise in den einzelnen Regionen eingeführt. Erst 1962 war die Reform abgeschlossen.

Aus pädagogischer Sicht besteht heute kein Zweifel mehr am Erfolg der Reform. Auch zur wirtschaftlichen Notwendigkeit gibt es einen Konsens. Doch die Reform hat sich noch in einem weiteren Bereich positiv ausgewirkt, wie Anton Lager vom Centre for Health Equity Studies in Stockholm jetzt in einer Studie zeigen können.

Überall dort, wo die Schulpflicht um ein Jahr verlängert wurde, hat sich Jahrzehnte später die Lebenserwartung erhöht. Der Effekt ist nicht besonders hoch. Lager gibt ihn mit wenigen Monaten an. Dennoch belegt die Studie erstmals experimentell, dass Bildung das Leben verlängert. Interessanterweise ist die Verlängerung der Lebenserwartung auf die über 40-Jährigen beschränkt. Dies ist gerade die Altersgruppe, in denen sich ein ungesunder Lebensstil bemerkbar macht. Wer aus „Unwissenheit“ raucht oder auf die Kontrolle von Blutdruck, Blutzucker und Körpergewicht verzichtet, erhält im höheren Lebensalter möglicherweise die Quittung dafür. Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen in diesem Alter die Sterberate.
Anzeige
302 Beiträge

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Gesundheit

Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skuril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbegen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

Aktuelle Kommentare

Eingeloggt als

Suchen in