In
den USA gilt facharztübergreifend eine ähnliche Regel: Alle 10 Jahre muß sich ein
Facharzt bei seiner jeweiligen Ärztekammer neu zertifizieren (board
certification) lassen, was über eine eintägige schriftliche Prüfung vollzogen
wird. Dabei wird in den USA zwischen zwei Stufen eines Facharztes
unterschieden, nämlich derjenigen des zertifizierten und derjenigen des
nichtzertifizierten bzw. zertifikatabgelaufenen Facharztes.
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Zunächst muß jeder Arzt, der in den USA
praktizieren will, eine fachärztliche Weiterbildung (residency) von Anfang bis
Ende durchlaufen. Das gilt für Medizinstudenten, für ausländische Ärzte und für
Quereinsteiger, d.h. Ärzte, die von einem US-Facharztgebiet zum anderen
wechseln, wobei diese letzte Gruppe in seltenen Fällen ein Jahr angerechnet
bekommen während die anderen Gruppen die gesamte Ausbildungszeit durchlaufen
müssen. Hat man diese mehrjährige Weiterbildung
absolviert, dann ist man schlicht und einfach ein Facharzt (residency graduate),
wofür man im Rahmen der Weiterbildung eine Vielzahl an kleineren und größeren
Prüfungen abgelegt, an Eingriffen und Krankheiten kennen- und behandeln gelernt
und sehr, sehr viele Arbeitsstunden im Krankenhaus und der Praxis unter
oberärztlicher Leitung zugebracht hat.
Als Facharzt ist man erst dann berechtigt
die schriftliche Facharztprüfung (medical board, z.B. das American board of
internal medicine für Internisten) abzulegen, muß dieses jedoch nicht tun. An
den meisten Krankenhäusern und Praxen
kann man jedoch nur arbeiten, wenn man zertifiziert ist (board certified), d.h.
die eintägige Facharztprüfung geschrieben und bestanden hat. Daher schreibt die
überwältigende Mehrheit der Fachärzte diese
und ist beides, hat also sowohl ein mehrjähriges Weiterbildungsprogramm
durchlaufen als auch eine Zertifizierung im Rahmen der fachspezifischen Facharztprüfung
erhalten. Da jeder diese nur einmal jährlich schreiben darf, will man sie gerne
auf Anhieb bestehen. Entspreche lerne ich schon seit Monaten in meiner wenigen
Freizeit hierauf, siehe Blogeintrag “Der Untergang des Buches” vom 27.3.2012. So werde ich auch diese Woche für fünf Tage in den
Bundesstaat New Jersey fliegen, um ganztägig an einem Vorbereitungskurs
teilzunehmen (http://www.acponline.org/education_recertification/recordings/board_review/newjersey/). Im August kommt dann die Prüfung; sollte alles
klappen wie gedacht, dann steht die Rezertizierung erst 2022 wieder an.
Man kann sich vorstellen, wie groß die
Freude für all die Kollegen ist, die nach zehn Jahren Praxis sich wieder auf
die Prüfung und alle Neuerungen seither
vorbereiten müssen. Nicht umsonst wurde ich vor meinem Vorbereitungskurs vorgewarnt:
Die meisten Ärzte dort seien alte Hasen, die lieber daheim in ihrer Praxis als
im Kurssaal seien. Sie seien etwas
verbittert und nervös wegen der Prüfungsvorbereitung. Da
bin ich einmal gespannt was mich erwartet.
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Vom Arztdasein in Amerika
Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Petrulus über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.
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