Gesundheit
Mikrobiologen: Finger weg von der Fernbedienung
Montag, 18. Juni 2012
Etwa 14 bis 16 Räume muss ein Zimmermädchen im Hotel in
einer Schicht säubern. Sie muss dabei Staub wischen, den Teppich saugen, das
Bad reinigen und die Betten machen. Besonders sorgfältig achtet sie darauf,
dass Gläser und Spiegel glänzen, da man dort den Staub zuerst sieht. Auch die
Toilettenbecken werden penibel und chemisch gereinigt, da kein Gast hier gerne
Verunreinigungen seines Vorgängers vorfindet (Dabei schwören Mikrobiologen,
dass die Schüssel der sauberste Ort im Haus ist und das Wasser dort …)
Weniger Beachtung wird vielen Oberflächen geschenkt, die
häufig berührt werden, ohne dass dies sichtbare Spuren hinterlässt. Dazu
gehören der Schalter der Nachttischlampe, vor allem aber die TV-Fernbedienung.
Hier fanden Mikrobiologen der Universität Houston in systematischen Tests in
US-Hotels die höchste Konzentration von Bakterien, die man allgemein nicht an
den Fingern vermutet, die dort aber häufig anzutreffen sind.
Die Fernbedienungen gehörten zu den am stärksten mit
Fäkalbakterien verschmutzten Gegenständen. Am hygienischsten waren dagegen das
Kopfteil des Bettes, die Vorhänge und – das wird viele überraschen – der Türknauf
zur Toilette. Er gehört eben zu den Gegenständen, auf die die Reinigungskräfte
achten.
Leider verwenden Reinigungskräfte gerne feuchte Lappen oder
Schwämme, die zwischendurch nicht gereinigt werden und in denen die
Mikrobiologen ebenfalls hohe Keimkonzentrationen fanden. Die Untersuchung ist
keineswegs banal. Immer wieder kommt es in Hotelanlagen und ihren schwimmenden
Varianten zu Ausbrüchen von Norovirus oder anderen Darmerregern, die über
Händekontrakte übertragen werden. Die mikrobiologisch unkorrekte Reinigung
könnte durchaus die Ausbreitung der Keime begünstigen. Die ungereinigte
Besenkammer könnte in solchen Fällen der sicherste Aufenthaltsort für
Hotelgäste sein.
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