Manche werden es schon
erfahren haben: Der oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten von Amerika hat
entschieden; die Gesundheitsreform von Dr. Obama ist verfassungskonform. Damit ist ein grundlegendes Gesetz nicht nur von der Legislative und
Exekutive, sondern eben auch der amerikanischen Judikative verabschiedet bzw.
zugelassen worden.
Bei der
Gesundheitsreform, dem sogenannten Obamacare, geht es vor allem um Zwang zum
Besitz einer Krankenversicherung, Ausweitung der staatlichen
Krankenversicherung auf noch mehr verarmte Bevölkerungsschichten, Ausweitung
der Familienversicherung, neben anderen Aspekten (siehe z.B. http://www.faz.net/aktuell/politik/richter-wollen-aenderungen-oberstes-gericht-billigt-obamas-gesundheitsreform-11802675.html).
Das Urteil war gespannt erwartet
worden und hat eine grundlegende Signalwirkung für viele US-Amerikaner, was die
meisten Nichtamerikaner wohl nicht so wahrnehmen.
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Wir in den USA tätigen
Ärzte sind besonders stark zwischen beiden Polen hin- und hergerissen.
Entsprechend hitzig waren die Gespräche und die Diskussionen am Tag der
Bekanntgabe der Entscheidung des obersten Gerichtshofes im Arztzimmer. Die
meisten Deutschen sind auf Seiten Dr. Obamas (wieso eigentlich?), doch viele
Ärzte in den USA sind das eben nicht. Vier mir im Gedächtnis haften gebliebene
Gesprächsfetzen will ich unkommentiert hier wiedergeben:
Erster Arzt: „Endlich ist
ein kleines Stückchen Gerechtigkeit in das US-amerikanische Gesundheitswesen
eingezogen”.
Zweiter Arzt: „Dass
überhaupt so hitzig über die Gesundheitsreform diskutiert wurde, erstaunt mich
schon. Erstens hat Obama sowieso als Jurist gewusst, dass sein Gesetz
verfassungskonform ist. Zweitens ist das sowieso nur eine kleine Reform, denn
wir alle wissen, dass das System noch massiv verändert werden muss”.
Dritter Arzt: „Ich mochte
Mitt Romney nie. Aber nun werde ich ihm $100.000
spenden. Denn dieser blöde Präsident darf nicht wieder gewählt werden. Er zerstört das Prinzip der Freiheit, auf dem
unser Land aufgebaut ist”.
Vierter Arzt: „Wir machen
das, was 1861 geschah: Wir erklären unsere Unabhängigkeit und lassen Obama
seine benötigte Steuern für seine auf die Faulen ausgerichteten Programme von
der Restbevölkerung eintreiben. Mit uns geht das nicht”.
Leserkommentare
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....weil die von den Kritikern viel propagierte Freiheit ein menschenwürdiges Dasein voraussetzt und hierzu gehört es unter anderem auch, bei Krankheit ärztliche Behandlungen in Anspruch nehmen zu können. Dies wird durch die "Obama-Care" sichergestellt. Es ist schade, dass viele Amerikaner in ihrem Freiheitsdenken so verbohrt sind, dass Sie die Freiheit über alles stellen. Damit stellen sich in erster Linie gegen Teile ihrer eigenen Bevölkerung, die von der Obama-Care profitieren werden.
scheint ja ein echter vollidiot zu sein, da er nicht weiß, wie "1861" geendet hat. Was ist eigentlich mit Guantanamo? Man hört gar nichts mehr davon.
Vom Arztdasein in Amerika
Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Petrulus über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.
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