Gesundheit
Kein Hitzefrei für Büroangestellte
Freitag, 6. Juli 2012
Alles Klagen über klebrige Unterarme, durchschwitze Hemden,
nachlassende Konzentration und Schläfrigkeit sind zwecklos. Büroarbeit ist auch
bei Innentemperaturen von mehr als 30 Grad möglich. Das hat jetzt eine Studie der
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) ergeben. In einem
Versuchsgebäude des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik hatten im vorletzten
Sommer 20 Probanden bei Temperaturen bis 32° Celsius probegeschwitzt. Dabei kam
es zu den normalen physiologischen Reaktionen: Hauttemperatur und Herzfrequenz
stiegen leicht an, die Probanden wurden durstig und sie begannen zu schwitzen.
Auch die Bereitschaft sich anzustrengen nahm mit steigender
Temperatur ab, berichtet Runa Hellwig von der Hochschule Augsburg: Die
Probanden fühlten sich erschöpft und schläfrig. Doch bei den Tests zu
Konzentration, numerischem und verbalem Denken konnten die Forscher keinen
deutlichen Leistungsabfall erkennen. Auch bei Temperaturen über 30° Celsius ist
fehlerfreies Arbeiten möglich.
Eine Verschärfung der Arbeitsstättenregel Raumtemperatur
(ASR A3.5) ist deshalb nicht ins Sicht. Diese verpflichtet den Arbeitgeber erst
ab 30 °C zwingend zu Gegenmaßnahmen, wobei in der Studie die Lockerung der
Bekleidungsregeln und die Bereitstellung von geeigneten Getränken (z. B.
Trinkwasser) die größte Wirkung erzielten. Hitzefrei gibt es nach der ASR A3.5
erst, wenn die Innentemperatur 35° Celsius überschreitet.
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