Deutsche
Ärzte sind ein staatliches Gesundheitssystem gewohnt. Mir erging es wie vielen
meiner Kollegen: Ich konnte mir nur schwer vorstellen, dass ein
Gesundheitssystem auch anders funktioniert. Doch in den USA funktioniert
so manches anders.
So
ist das Krankenhaussystem fast ausschließlich ein Belegbettsystem: Das
Krankenhaus stellt Krankenpflege, Bett, Reinigungskräfte, Räume, OPs,
Diagnostik etc. zur Verfügung, und der
Arzt schickt im Gegenzug seinen Patienten in das eine oder andere Krankenhaus;
der Patient und der Arzt suchen es sich bei Direktaufnahmen aus. So kämpfen die Krankenhäuser zum Teil
untereinander um die Patienten der Ärzte und werben mit allerlei kleinen
Annehmlichkeiten für den Arzt.
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Das Krankenhaus stellt dann dem
Patienten eine Rechnung für seine Dienste und verdient so am Patienten. Und der
einweisende Arzt visitiert den von ihm eingewiesenen Patienten selber im
Krankenhaus. Erst in jüngerer Zeit gibt es zunehmend Hospitalisten wie mich, die
er bittet, an seiner Stelle die Patienten zu untersuchen. Wir werden nicht vom Krankenhaus
bezahlt, sondern vom Patienten: Der Arzt stellt dem Patienten eine Rechnung für
seine Dienste, die an seine Krankenversicherung geht und so zum Teil von ihm,
zum Teil von der Krankenversicherung bezahlt wird.
Bei der staatlichen
Rentnerkrankenversicherung Medicare werden oft 80% vom Staat und 20% vom
Patienten bezahlt. Es ist in vielen Nuancen ein anderes Modell als das
deutsche; der Arzt ist quasi Kleinunternehmer, der seine eigene Praxis führt
und den Patienten auch noch im Krankenhaus betreut und dafür Rechnungen stellt.
Das hat viele Auswirkungen im alltäglichen Umgang zwischen Patienten, Arzt ,
Krankenhaus und Krankenschwester.
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Vom Arztdasein in Amerika
Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Petrulus über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.
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