Gesundheit
Wie YouTube den Schwindel besiegt
Mittwoch, 25. Juli 2012
Die Plattform YouTube hält Hilfen für alle Lebensfragen
bereit. Wer wissen möchte, wie er man einen Toaster repariert, die Grafikkarte
seines Rechners auswechselt oder eine Krawatte bindet, findet schnell das
passende Video. Auch medizinische Fachgesellschaften haben diese Möglichkeit
erkannt.
Die American Academy of Neurology hat vor drei Jahren ein Video
gepostet, das in den USA bereits 800.000 Mal (in Deutschland 18.000 Mal)
angeklickt wurde. Das Video beschreibt das Epley-Manöver. Es handelt sich um
eine Abfolge von Kopfbewegungen, die Otolithen aus den Bogengängen des Gleichgewichtsorgans
in die Utrikula befördern sollen. Das Epley-Manöver ist eine evidenzbasierte
Behandlung des benigne paroxysmalen Lagerungsschwindel, der durch losgelösten
Otolithe in den Bogengängen verursacht wird.
YouTube bietet jedermann die Möglichkeit Videos zu laden,
ohne für falsche Angaben zu haften. Es finden sich deshalb neben dem
„offiziellen“ Video der American Academy of Neurology auch zahlreiche
Laien-Videos auf dem Internetportal. Deren Qualität ist nach einer Untersuchung
von Kevin Kerber von der Universität von Michigan in Ann Arbor gar nicht einmal
so schlecht. Immerhin 64 Prozent der Videos beschreiben das Epley-Manöver
korrekt.
Diese relativ hohe Rate dürfte mit der Möglichkeit zu Kommentaren
zusammenhängen. Jeder Patient, der mit einem insuffizienten Manöver keine
Linderung erfahren hat, kann dies allen YouTube-Nutzern mitteilen. Auch dies
ist ein gutes Mittel gegen den Schwindel (nicht nur bei Videos zur Therapie des
Lagerungsschwindels). Es spricht für das Video der American Academy of Neurology,
dass es 30 Prozent der 2,75 Millionen bisherige Besuchen auf sich ziehen
konnte.
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