Gesundheit
Energieverbrauch: Eine menschliche Konstante
Freitag, 27. Juli 2012
Die Portionen werden immer größer und die Auswahl der
kaloriendichten Nahrungen immer vielfältiger. Wer einmal die abendlichen
Werbeeinblendungen zu Fertignahrungen im Privatfernsehen verfolgt hat, müsste
eigentlich wissen, was die Ursache der derzeitigen Adipositas-Epidemie ist.
Doch die Geschmackszentralen des Gehirns scheinen über die Belohnungssysteme
gut mit dem Verstand vernetzt zu sein. Diesem werden immer wieder neue
Scheinwahrheiten aufgetischt.
Eine besagt, dass die Menschen des postindustriellen
Zeitalters weniger Energie verbrauchen und deshalb schneller dick werden als
ihre Vorfahren, die als Jäger und Sammler unterwegs waren. Doch die
Untersuchung der Hadza, einem Volksstamm
aus Tansania, der sich heute noch von Beeren, Wurzeln und auf der Jagd
erbeuteten Tieren ernährt, widerlegt diese Ansicht.
Wenn die Hadza ruhen,
verbraucht ihr Organismus nicht mehr und nicht weniger Kalorien als der
Couch-Potato vor dem Fernseher. Wenn er läuft, verbraucht er genauso viel
Energien wie der Jogger. Wenn die Hadza nicht die meiste Zeit ihres Lebens mit
der Nahrungssuche beschäftigt wären, sondern sich im Supermarktregal bedienen
könnten, wären sie bald ebenso dick wie wir. Wie sollte es auch anders
sein.
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