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Gesundheit

Auswärtsspiele machen Sportler krank

Freitag, 10. August 2012

Wie jetzt wieder bei den Olympischen Spielen in London fällt bei internationalen Wettbewerben das ausgesprochen gute Abschneiden der heimischen Sportler auf. Die gute Vorbereitung vor den Wettkämpfen im eigenen Land (meist mit großzügiger staatlicher Subventionierung) und die Unterstützung durch das Publikum sind sicherlich ein Faktor.

Ein anderer Grund für den Heimvorteil könnte sein, dass die heimischen Sportler an Klima, Allergene und Pathogene gewöhnt und deshalb weniger krankheitsanfällig sind. Dies vermutet Martin Schwellnus von der Universität im südafrikanischen Kapstadt. Der Sportmediziner führt zum Beleg die Auswertung zur Erkrankungshäufigkeit beim Super Rugby im Jahr 2010 an.

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Es handelt sich um ein gemeinsames Turnier der Rugby-Verbände von Südafrika, Australien und Neuseeland. Die Besonderheit besteht darin, dass diese Turniere jeweils in allen drei Ländern stattfinden. Wie bei der Champions League im Fußball gibt es Hin- und Rückspiele in den Stadien der beteiligten Mannschaften. Im Fall von Super Rugby bedeutet dies, dass die Mannschaften innerhalb weniger Wochen mehrmals Zeitzonen überwinden müssen.

Dies bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Anfälligkeit für Erkrankungen. Jedes Mal wenn die Spieler zu Auswärtsspielen antreten, steigt der Krankenstand. Schwellnus errechnet eine Verdopplung der Inzidenz von Erkrankungen von 15,4 auf 32,6 pro 100 Spieler und Tage. Dieser Anstieg ist jedoch nicht auf den Reisestress oder Infektionen im Flugzeug zurückzuführen. Denn nach der Rückkehr war die Krankheitsanfälligkeit verschwunden. Die Teams schienen sogar gestärkt in das nächste Heimspiel zu gehen. Die Inzidenz war auf 10,6 pro 100 Spieler und Tage gesunken.

Schwellnus führt die höhere Anfälligkeit im Ausland nicht nur auf die Veränderungen im Klima und der Höhe über Normalnull zurück. Auch die Luftverschmutzung, fremde Allergene und Krankheitskeime sowie die Nahrungsmittel könnten dazu führen, dass die Leistungen bei Auswärtsspielen schlechter sind. Dafür spricht, dass ein Drittel der Erkrankungen auf Atemwegsinfektionen fiel, gefolgt von Magendarmproblemen.

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