Gesundheit
Darmbakterien machen dick
Donnerstag, 13. September 2012
Adipöse führen ihre Gewichtsprobleme gerne darauf zurück,
dass sie gute Futterverwerter sind. Sie würden keineswegs mehr essen als andere
Menschen, es würden aber mehr Nährstoffe im Darm resorbiert. Im Moment ist es
modern, den Darmbakterien die Schuld zu geben. Eine neue Studie in Cell Host
& Microbe liefert hierfür jetzt den wissenschaftlichen Hintergrund, wenn
denn die Ergebnisse von Zebrafischen auf den Menschen übertragbar sind.
Zebrafische werden gerne für Experimente ausgewählt, weil die jungen Fische annähernd
transparent sind. John Rawls von der University of North Carolina Health Care
konnte deshalb das Verbleiben von Fettsäuren untersuchen, die er mit einem
Fluoreszenzfarbstoff markiert hatte.
Tatsächlich kann Rawls nachweisen, dass die Resorption von
freien Fettsäuren von der Zusammensetzung der Darmflora abhängt. Vor allem
Bakterien der Abteilung Firmicutes verbesserten die Verwertung der Fettsäuren.
Auf der anderen Seite kann Rawls zeigen, dass die Besiedlung des Darms mit
Firmicutes durch eine fettreiche Diät gefördert wird. Erhielten die Fische kein
fettreiches Futter mehr, ging die Zahl der Firmicutes im Darm schon nach
wenigen Tagen zurück. Übertragen auf die geplagten Adipösen würde dies
bedeuten, dass sich eine Diät doch langfristig lohnen könnte - aber vielleicht
sind Menschen doch anders als Zebrafische.
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