Nachdem ich in meinem letzten Beitrag der Ankündigung
nachgekommen bin, über meinen Chef zu berichten, mag ich heute mein Versprechen
einlösen, mich über den Sinn und Unsinn der chirurgisch technischen Assistenten
zu äußern. Die Überschrift verrät bereits meine Meinung, doch mag ich Euch auch
verraten warum…
Die Aufgaben der CTAs in unserer Abteilung sind folgende: Verbandswechsel,
Blutentnahmen und die Versorgung mit (peripher-) intravenösen Zugängen,
Kodieren und natürlich Assistenz bei operativen Eingriffen. Nun mag manch einer
sagen, dass das doch eine tolle Entlastung für die Assistenzärzte sein muss.
Einer meiner Kollegen (der sich übrigens den Ruf, keinen Finger zusätzlich
krumm machen zu wollen, hart erfaulenzt hat) vertritt diese Position auch
vehement. Doch ist dem nicht so. Vor allem, was die Assistenz bei Eingriffen
angeht, sehe ich als Assistenzarzt im CTA-Berufsstand eine Gefahr. Denn wo ein
CTA assistiert, tue ich es nicht. Das geht von meiner Basis-OP-Ausbildung ab,
während der CTA sich relativ rasch sein Maximum an Kompetenz im OP erarbeitet.
Anzeige
In den wenigen Blutentnahmen und Braunülen eine große
Entlastung zu sehen, halte ich dagegen für nahezu lächerlich. Und wenn man das
unbedingt delegieren möchte, sind zusätzlich Pflegekräfte mit Zusatzausbildung
allemal eine größere Entlastung. Zumal sowieso immer wir Assistenzärzte gerufen
werden, wenn es beim CTA nicht klappt. Ähnlich sehe ich es beim Kodieren. Wer
nur halb oder gar nicht in die direkte Patientenversorgung eingebunden ist, wird
sich nur schwer gleichwertig einbringen können.
Zudem habe ich – und das verrate ich nur Euch meine lieben
Leser – noch ein persönliches Problem mit den CTAs. Sie tragen bei uns
Arztkittel. Sie werden daher von den Patienten für Ärzte gehalten und handeln
bisweilen auch so, als wären sie welche. Das ist mal amüsant (beispielsweise,
wenn sie behaupten, sie könnten diese oder jene [gar nicht mal so kleine]
Operation bestimmt schon selbständig durchführen) und mal ärgerlich (zum
Beispiel Fehlinformationen an die Patienten).
Arbeitet lieber jeden Tag ein CTA-Pensum mehr, als bei der
OP-Verteilung das Nachsehen zu haben,
Euer Anton Pulmonalis
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie
registriert sein.
Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.
Meine Erfahrung ist eine etwas andere. Zwar bin ich (noch) kein Arzt, sondern muss auf diese Bezeichnung noch ein paar Wochen warten, habe allerdings schon ein paar - positive wie negative - Erfahrungen mit CTA's gemacht. In einem überdurchschnittlich großen Haus mit einer durchschnitlich großen Station (36 Betten) war ich zu meinen Chirurgie-PJ-Zeiten mit einem nicht völlig unbegabten Händchen jeden Tag mindestens (! Es geht auch doppelt und dreimal so lang) eine Stunde mit den Braunülen/Blutentnahmen auf der Station beschäftigt - und ich habe die Erfahrung gemacht, dass das ein Assistent auch nicht schneller macht als ich (er streicht höchstens seine eigenen Anordnungen durch, aber das ist etwas anderes). Und auch beim dem Zeitaufwand für korrekte Kodierungen, so kein DRG-Assistent vorhanden, vertut man sich glaube ich schnell., sodass man die Aufgaben eines CTA nicht mal eben so nebenher übernehmen kann. Was definitiv ein Ärgernis ist, dass man so nicht an die ausbildungsrelevanten OP's kommt. Das Problem ist natürlich auch schwer zu beheben, wenn die Abteilung vom Kopfe her stinkt. In o.g. Haus war aber klipp und klar geregelt, dass die Interessen der Assistenten vor denen der (ziemlich fitten und für alle als Entlastung empfundenen) CTA Vorrang haben. Herzliche Grüße
Wenn einem nach eigener Auskunft "das Praktische nicht so" liegt und man stattdessen für andere Literatur sucht, Literatur auswertet, Formulierungsvorschläge macht und bei der Statistik hilft, ist man dann ein "richtiger Arzt?" Oder Promotionsberater?
Na ja - bisschen Werbung in eigenr Sache kann wohl nicht schaden, was?
Sie tragen bei uns Arztkittel. Sie werden daher von den Patienten für Ärzte gehalten
Um sich von denen zu unterscheiden wird man künftig also den Titel brauchen. Sonst heißt es wieder mal: "Sind Sie überhaupt ein richtiger Arzt?"
Dr. werden ist nicht schwer...
Das PJ ist überstanden, das Examen rückt näher. Die Doktorarbeit wartet und bei der Wahl der Facharztrichtung gibt es mehr Optionen als bei einer Frage des IMPP. Dieser Blog begleitet den Weg von Anton Pulmonalis ins Examen und in die Zeit danach.
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.