In den USA benötigt man wie
in Deutschland eine ärztliche Approbation zur Ausübung des ärztlichen Berufes,
die sogenannte Arztlizenz. Im Gegensatz zu Deutschland wird sie jedoch vom jeweiligen
bundesstaatlichen Gesundheitsministerium ausgestellt, und ihr Erwerb ist bei einem Wechsel in einen anderen Bundesstaat mit
weit mehr Aufwand verbunden als nur das Ummelden auf eine andere
Landesärztekammer. Aktuell besitze ich Arztlizenzen für die Bundesstaaten
Minnesota und Florida, darf also nur in diesen beiden Staaten arbeiten. Manche
meiner Kollegen haben eine Lizenz für nur einen einzelnen Bundesstaat, andere
für 15 oder gar 20 Bundesstaaten.
Angesichts meiner
Überlegungen, in wenigen Jahren entweder nur noch Teilzeit in wechselnden
Bundesstaaten zu arbeiten oder an einem hochrangigen Krankenhaus wie der Mayo
Clinic oder Harvard eine subinternistische Weiterbildung vorzunehmen, stehe ich
aktuell mit einigen Ärztekammern wie die von Texas, Alaska, Hawaii, Colorado,
Massachusetts und Washington in Kontakt.
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Dabei wird mir einmal wieder bewusst, wie langwierig die
Akquisition solch einer Arztlizenz ist: Man muss formell eine Erlaubnis zur
Ausübung des ärztlichen Berufes bei einem mehrköpfigen Gremium beantragen. Der
Prozess dauert in etwa ein halbes Jahr, erfordert das Einholen von Empfehlungsschreiben
von drei Arztkollegen, das Ausfüllen unzähliger Unterlagen und das Entrichten einer sehr teuren Administrationsgebühr. Darüber hinaus verfallen diese Lizenzen alle drei Jahre und müssen entsprechend verlängert werden; das ist zwar weniger aufwendig im Verhältnis zur Initialbewerbung, darf aber nicht vergessen werden, weil sonst wieder eine umfangreiche Initialbewerbung nötig wird.
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In Ungarn etwa gibt es die Licentia oder Approbatio im Arztdiplom seit Kaiser Joseph II. von Habsburg, der letze deutsch-römische in Franfrfurt am Main gekrönt. Aber das nimmt keine staatliche Stelle ernst, weil sie in Latein geschrieben ist. Ich glaube, die ganze Welt verunmöglicht die Aerzte dauernd.
Vom Arztdasein in Amerika
Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Petrulus über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.
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